25 Jahre Deutsches Musikautomaten-Museum in Bruchsal
Von der „Leierkastenheiterkeit“ zur
„Badisch mechanical Band“
Großes Drehorgelfest und Moritatenwettbewerb im Schlosshof /
Am 27. und 28. Juni erklingt in Bruchsal manch schaurig-schönes Bänkellied
Bruchsal (pa). 25
gemeinsame Jahre, die jetzt auch miteinander gefeiert werden: Im Mai 1984 zog das heutige Deutsche Musikautomaten-Museum (DMM) im Bruchsaler Barockschloss ein und bietet seither einen sehens- und hörenswerten Einblick in die beeindruckende
Entwicklung der Musikautomaten seit dem 17. Jahrhundert. Von Anfang an wird die Arbeit des DMM durch einen Förderverein begleitet und unterstützt. Beide zusammen veranstalten am 27. und 28. Juni 2009 ein großes Drehorgelfest und einen
Moritatenwettbewerb im Ehrenhof des Schlosses.
Am Samstag ab 14.30 Uhr, am Sonntag ab 11.30 Uhr konkurrieren bekannte Meister des Leierkastens mit ihren mal heiter-besinnlichen, mal schaurig-schönen Bänkelliedern um die Gunst des
Publikums. Von der „Leierkastenheiterkeit“ bis zur „Badisch mechanical Band“ ist alles vertreten, was Rang und Namen in der „Szene“ hat. Auch für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt, außerdem gibt es an beiden Tagen im
Begleitprogramm Vorführungen über Drehorgelbau-Handwerk und Kunstschnitzerei, einen Flohmarkt mit Literatur aus der Welt der mechanischen Musik sowie jede Menge Dreh- und Karussellorgelmusik auch zwischen den einzelnen Auftritten.
Zeitgleich wird im Schloss die aktuelle DMM-Sonderausstellung "Musik - automatisch schön!" mit der Präsentation spektakulärer Erwerbungen der vergangenen Jahre eröffnet, die bis Anfang 2010 zu sehen ist. Dank der Restaurierung
einiger Exponate, ihrer kulturgeschichtlichen Einordnung und einer musikhistorischen Bearbeitung der Programmträger wirft diese Jubiläumsausstellung zugleich ein neues Licht auf manch vertrautes Stück.
Programm 27. und 28. Juni
Ehrenhof des Bruchsaler Schlosses (bei ungünstiger Witterung im Hofkirchensaal)
Samstag, 27. Juni
14.30 Uhr
Adrian Oswald (Komponist, Arrangeur, Drehorgelartist)
15 Uhr
Alois Lipperts Pfälzer „Weinnasen“ mit Weinliedern auf der Drehorgel
15.30 Uhr
Werner Schnells „Der Leierkastenmann“ und die tugendhaften Bänkelsänger
16 Uhr
"Die badisch mechanical Band“
17 Uhr
Moritaten- und Küchenliedergruppe "Leierkastenheiterkeit" mit Ulrich Wimmer & Co.
Sonntag, 28. Juni
10.30 Uhr
Gottesdienst in der Hofkirche mit Drehorgel-Begleitung (Wolfgang Brommer, Orgel, Adrian Oswald, Drehorgel u. a.)
11.30 Uhr
Werner Schnells „Der Leierkastenmann“
12.30 Uhr
Moritaten- und Küchenliedergruppe "Leierkastenheiterkeit"
13 Uhr
Bänkelsänger Berthold Mäntele und Jürgen Rösch; Drehorgel-Clown Alois Lippert an der Spaßorgel (Kinderprogramm, bis 16 Uhr)
13.30 Uhr
Adrian Oswald
14 Uhr
Moritatenwettbewerb mit fünf teilnehmenden Ensembles; Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer durch Bürgermeister Ulli Hockenberger, Vorsitzender des Fördervereins DMM
16 Uhr
Preisverleihung
16.30 Uhr
„Brusler Dorscht“ mit Stefan Schuhmacher
16.45 Uhr
Ausklang mit Karussell und Drehorgelmusik
Änderungen vorbehalten!
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Weitere Informationen:
Förderverein Deutsches Musikautomaten-Museum Bruchsal e. V., Geschäftsstelle, Stadt
Bruchsal, Rathaus am Marktplatz, Hauptamt, Abt. III (Kultur und Veranstaltungen), Kaiserstraße 66 76646 Bruchsal
Tel. 0 72 51 / 7 93 80 Fax 0 72 51 / 7 91 13 80
E-Mail: Thomas.Adam@Bruchsal.de
25 Jahre gemeinsame Geschichte:
Das Deutsche Musikautomaten-Museum und sein Förderverein
Walzerklänge und Schlagermelodien ertönen aus riesigen Orchestrien, Tasten von Flügeln und
Klavieren bewegen sich wie von Geisterhand, lebensgroße Figuren spielen mit Akkordeon und Schlagzeug auf: Ein im wahrsten Sinn des Wortes klangvolles Vierteljahrhundert mit "automatisch
schöner" Musik im Barockschloss Bruchsal ist seit Gründung des Deutschen Musikautomaten-Museums (DMM) als Außenstelle des Badischen Landesmuseums Karlsruhe vergangen.
Am 30. Mai 1984 eröffnet, war der öffentlichen Präsentation dieser Ausstellung die spektakuläre Übernahme einer großen
Privatsammlung von Musikautomaten - der Sammlung Jan Brauers aus Baden-Baden - durch das Land Baden-Württemberg vorausgegangen. Als die Kollektion 2002 schließlich durch den Erwerb großer Teile einer weiteren Privatsammlung
(Sammlung Carlson aus Königslutter) vervollständigt werden konnte, stieg das DMM in die Riege der wichtigsten öffentlichen Spezialmuseen auf. Zu den unbestrittenen "Stars"
der Ausstellung gehört die 1912 für die Titanic gefertigte Philharmonie-Orgel ebenso wie der selbst spielende „Phonola“-Flügel von Altbundeskanzler Konrad Adenauer.
Von Anfang an wird die Arbeit des DMM durch den Förderverein begleitet und unterstützt, dessen Sitz im Jahre 1984 - also vor ebenfalls 25 Jahren - von Baden-Baden nach Bruchsal verlegt wurde.
Erhebliche Summen für Ankäufe, Vorfinanzierungen, Restaurierungen und Museumsbetrieb konnten seither vom Förderverein aufgebracht werden. Highlight dabei ist die Mitte der 1990er Jahre
erworbene „Historische Wirtschaft" aus dem ehemaligen Gasthaus „Weidenberg" in Speyer mit seinem Orchestrion. Dieses einstige Szenelokal hat seine „Auferstehung" im DMM gefunden.