Trinkwasserversorgung in
Heidelsheim/Helmsheim ab 2006
Weiches Wasser für zwei Stadtteile
Im Heidelsheimer Wasserwerk wurde Enthärtungsanlage in Betrieb genommen
Bruchsal-Heidelsheim (pit). Das Lebensmittel Nummer eins ist unser Trinkwasser. Es ist unverzichtbar und muss jederzeit in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung stehen. Die Qualitätsanforderungen an Trinkwasser sind sehr hoch, deshalb ist es das bestüberwachte Lebensmittel. Insbesondere muss Trinkwasser frei von Krankheitserregern sein. Für die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb) ist die Gewährleistung einer hohen Trinkwasserqualität im Interesse ihrer Kunden und von jeher Selbstverständlichkeit.
Bisher waren die Anforderungen der Kunden dennoch nicht ganz befriedigt. Besonders gilt dies zum Beispiel für Wasser, das von Natur aus sehr hart ist, wie dies für das Wasserwerk Heidelsheim/Helmsheim der Fall ist. Kalkausfällungen bei der Warmwasseraufbereitung und die Notwendigkeit erhöhter Dosierung von Waschmitteln waren die bekannten Probleme.
Heidelsheim und Helmsheim waren gegenüber der Kernstadt sowie Unter- und Obergrombach in der Vergangenheit diesbezüglich benachteiligt. Mit der offiziellen Inbetriebnahme der zentralen Wasserenthärtungsanlage am Montagnachmittag durch Oberbürgermeister Bernd Doll im Beisein des technischen Geschäftsführers Dipl.-Ing. Johannes Schopp und des kaufmännischen Geschäftsführers Peter Solberg nach erfolgreichen mehrmonatigen Probelauf sind die Probleme beseitigt.
Als das Wasserwerk Heidelsheim 1982 seinen Betrieb aufnahm, hatte man schon damals die Aufbereitungshalle mit Blick auf eine spätere Entkalkungsanlage ausreichend dimensioniert. Die ständige Suche nach einem Verfahren zur Wasserenthärtung, das technisch ausgereift, erprobt und finanzierbar ist sowie auch umweltverträglich arbeitet, führte 2004 zu der Entscheidung, eine CARIX-Anlage ge zu installieren. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Teilentsalzung, das ohne zusätzliche Chemikalien auskommt. Das Verfahren entfernt im Wesentlichen die im Wasser enthaltenen Härtebildner sowie Nitrat und Sulfat. Die Anlage läuft voll automatisch und erfordert keinen zusätzlichen Personalaufwand. Die CARIX-Anlage besteht im Wesentlichen aus drei Arbeitsfiltern mit Harzfüllungen, die im zyklischen Wechsel mit Härtebildnern beladen und anschließend wieder regeneriert werden. Bei dem Beladungsvörgang nimmt das Harz Kalzium, Magnesium, Nitrat und Sulfat aus dem Rohwasser heraus, Die Regeneration erfolgt in CO2-gesättigtem Wasser, wie es in einer Sprudelwasserflasche enthaltet! ist.
Oberbürgermeister Bernd Doll wies darauf hin, dass sich durch die neue Anlage der Härtebereich von ursprünglich 28 Grad dH auf unter 14 Grad dH, also vom Härtebereich 4 nach dem Waschmittelgesetz auf den Härtebereich 2 verringert. Der Nitratgehalt, dessen Grenzwert gemäß Trinkwasserverordnung 50 mg/1 beträgt, wird zukünftig von über 40 mg/1 auf unter 30 mg/1 gesenkt. Die Investitionssumme lag bei rund 1,3 Millionen Euro.
Die Verbesserung der Wasserqualität wirkt sich für die Haushalte vor allem kostenmindernd aus. Einsparungen von Energiekosten bei der Warmwasseraufbereitung, Einsparung von Waschmittel bei der Wäsche und Körperpflege, Schonung von Armaturen, wie Toilettenspülung oder Mischventilen, sind einige Faktoren.
BNN 25.7.2006
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Im Kontrollraum laufen alle Meßwerte zusammen. Hier wird die automatisch arbeitende Anlage überwacht und manuelle Eingriffe sind nur im Fehlerfall erforderlich. |
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Doch zurück zum Anfang: |
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Seit 2005 neu ist der Behälter für 15 Qubikmeter Kohlendioxid. |
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Die Reinigung beginnt mit der Entfernung von Mangan und Eisen aus dem Grundwasser... |
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...dann mehrere Filter für die anderen Verunreinigungen des Grundwassers. Versteckt im Untergrund eine starke UV-Quelle, um mögliche Keime im Wasser abzutöten. Der Einsatz vor Chlor im Wasser ist damit nicht erforderlich. |
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Hier die beiden letzten Filter-Tanks im Vordergrund, hinten die neuen Tanks für das CARIX-Verfahren. Bei der Gebäudeplanung vor 25 Jahren wurde dieser Platz für die Entkalkung schon vorgesehen, sodass teure Umbauten am Gebäude nicht erforderlich waren! |
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Der Blick über zwei Stockwerke zeigt die neuen Behälter für das CARIX-Verfahren und die vielen erforderlichen Rohrleitungen zwischen den Behältern. |
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Am Ende verläßt hochwertiges Trinkwasser das Wasserwerk und wird verteilt: |
KAD beim Tag der offen Tür am 29.7.2006
Heidelsheimer Wasserwerk mit neuer Wasseraufbereitungsanlage
Ab Dezember 2005 liefert das Heidelsheimer Wasserwerk eine stark verbesserte Wasserqualität an seine Kunden in
Heidelsheim und Helmsheim. Weitere Informationen dazu vom ewb Bruchsal:
KAD
Weiches Wasser aus Heidelsheim
Die Bruchsaler Ortsteile Heidelsheim und Helmsheim haben seit jeher das härteste Wasser im Versorgungsgebiet der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb). Diese Tatsache soll bis spätestens Jahresbeginn 2006 Vergangenheit sein.
Vor rund einem Jahr wurden die Pläne für eine zentrale Enthärtungsanlage im Wasserwerk Heidelsheim auf den Weg gebracht. Die Realisierung der Anlage ist mit dem Einheben der tonnenschweren Filterkessel Mitte Juni per Spezialkran ein gutes Stück vorangekommen. Dafür mussten eigens die Wellblechdachhaut und die Porenbetondecke des Wasserwerkgebäudes geöffnet werden. Weil das Carix-Verfahren CO2 (herkömmlicher Name für Kohlensäure wie bei Mineralwasser in Flaschenfüllung) benötigt, wird auf dem Wasserwerksgelände zusätzlich ein liegender CO2-Behälter aufgestellt. Wenn alles planmäßig verläuft, dürfen sich die Heidelsheimer und Helmsheimer ab Anfang 2006 über erheblich weicheres Wasser freuen. Insgesamt werden rund 1,3 Millionen Euro in die neue Anlage investiert, die sich in mehrfacher Hinsicht lohnen. Weil das Wasser in Heidelsheim und Helmsheim überdurchschnittlich viel Härtebildner und somit einen erhöhten Anteil an Basekapazität (gelöstem Kohlendioxid) enthält, werden bisher in den Grauguss-Rohrleitungen und auch in den verzinkten Eisenrohren der Hausinstallationen Eisenbestandteile herausgelöst. Das hat einerseits zu verstärkten Korrosionsproblemen mit entsprechenden Rohrbrüchen in den Versorgungsleitungen, andererseits zu Trübungen und Einfärbungen im Trinkwasser geführt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Beeinträchtigungen des Rohrnetzes hat die ewb in der Vergangenheit versucht, durch Zugabe von Inhibitoren - diese fördern die Bildung einer Schutzschicht in der Rohrinnenwand - eine Verbesserung zu erreichen. Das Problem der Kalkablagerungen bei steigenden Temperaturen in der Warmwasseraufbereitung der Hausinstallation und des Rostwassers konnte jedoch nicht zufriedenstellend gelöst werden. Die genannten Faktoren bewogen die ewb zur Installation der zentralen Enthärtungsanlage nach dem Carix-Verfahren. Dieses ist ein lonenaustauschverfahren. Es wird eingesetzt in der Trinkwasseraufbereitung und dient der gleichzeitigen Entfernung der Härtebildner Calcium und Magnesium sowie der Anionen Nitrat, Sulfat und Chlorid aus dem Trinkwasser. Die Nitrat-, Sulfat- und Chlorid-Ionen sowie die Härtebildner Calcium und Magnesium werden mit Hilfe von Ionenaustauschern entfernt. Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens liegt in der Regeneration der Austauscher. Anstelle der bei den herkömmlichen Verfahren angewendeten Säuren und Laugen wird als Regenerationsmittel CO2 eingesetzt. Durch die Wahl des Regenerationsmittel CO2 findet keine Aufsalzung im Reinwasser und Abwasser durch Chemikalien statt. Mit dem Abwasser fällt nur die Salzmenge an, die zuvor aus dem Rohwasser entfernt wurde. Das Regenerationsmittel CO2 wird bis zu 95 % zurückgewonnen und im Prozess wieder verwendet. Durch die Teilentsalzung liefert die ewb künftig für Heidelsheim und Helmsheim weiches Trinkwasser (nach dem Waschmittelgesetz Härtebereich 2). Das Verfahren trägt auch der Nitrat-Problematik Rechnung. Speziell im Wasserwerk Heidelsheim wird seit längerem eine leicht steigende Belastung des Wassers mit Nitrat beobachtet. Die Anlage stellt deshalb auch einen Schritt zur Verbesserung der Versorgungssicherheit dar, da neben der Härtereduzierung um rund die Hälfte, von 28 auf unter 14 Grad deutscher Härte (°dH), auch der Nitratwert von derzeit ca. 43 auf ca. 30 Milligramm pro Liter reduziert wird. Weitere zusätzliche Effekte ergeben sich dahingehend, dass die Anschaffung dezentraler Enthärtungsanlagen, welche die Kläranlagen jährlich mit rund 15 Tonnen Salz belasten, nicht mehr erforderlich ist. Private Haushalte sparen zudem bares Geld, weil sie im Jahr mit rund 20 Prozent weniger Wasch- und Reinigungsmitteln, rund 10 Kilogramm weniger Geschirrspülsalz, etwa 90 Prozent weniger Weichspüler für die Wäsche und circa 50 Prozent weniger Duschgels, Haarshampoos und sonstigen Mitteln bei der Körperreinigung auskommen.
Ansprechpartner: ewb-Wasserwerksleiter Ralf Frank, Tel. 07251/706-336, E-Mail: ralf.frank@ewb-bruchsal.de.