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Stadtrat/Ortschaftsrat in
Bruchsal/Heidelsheim 2008

Heizkraftwerk und Kinderbetreuung beschäftigten Ortschaftsrat

Bruchsal-Heidelsheim (goe) Hauptsächlich wegen der Nähe zum Friedhof und wegen Unklarheiten bei Verkehrsbelastung und –führung hat der Ortschaftsrat gegen eine Bauvoranfrage der örtlichen Malzfabrik Bedenken angemeldet. Die Firma plant den Neubau eines Biomasse-Heizkraftwerks auf einem dem Friedhof benachbarten Gelände. Die Leistung der Anlage soll 5000 KW betragen, stark 4000 davon werden als Prozesswärme benötigt, mit dem Rest wird Strom erzeugt. Die Leistung entspricht dem Wärmebedarf von mehr als 200 Einfamilienhäusern. Als Brennstoff sind insbesondere Holzhackschnitzel und Rinden vorgesehen. Bisher werden Erdgas und Flüssiggas eingesetzt. Die Bedenken der Ortschaftsräte bezogen sich nicht grundsätzlich auf den Einsatz regenerativer Energieträger, vielmehr nehmen sie die damit verbundenen Auswirkungen in den Blick. So wird eine der wenigen verbliebenen, bisher nicht betrieblich genutzten Flächen zur B 35 hin mit dem Kraftwerk und einer Lagerhalle überbaut. Der Betrieb rückt damit im Bereich der Aussegnungshalle noch näher an den Friedhof heran. Dort werden Trauerfeiern und sonstige Veranstaltungen schon heute durch vom Betrieb ausgehende Lärmemissionen und durch den Verkehrslärm der Bundesstraße teilweise extrem beeinträchtigt. Die LKW-Einfahrt zum Brennstofflager ist direkt gegenüber dem oberen Friedhofseingang geplant. Von allen Sprechern der Fraktionen des Ortschaftsrats wurden Störungen bei Trauerfeiern und eine weitere Verschlechterung der schon heute prekären Parksituation durch Lieferverkehr befürchtet. Auch wurden Bedenken gegen das vom Bauamt vorgeschlagene Verfahren geltend gemacht. Der Bauplatz befindet sich nach Einschätzung der Ratsmitglieder nicht im unbeplanten Innenbereich, wo nur das Einfügen in die Umgebungsbebauung erforderlich ist, sondern im Außenbereich, wo strengere Maßstäbe gelten. Deshalb, so die Forderung der Ortschaftsräte, soll in einem Bebauungsplanverfahren geklärt werden, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen das Bauvorhaben an dieser Stelle genehmigungsfähig ist. In diesem rechtlichen Verfahren sollen die Interessen der Firma und der Allgemeinheit in diesem sensiblen Bereich zu einem Ausgleich gebracht werden.

Bezüglich der Kinderbetreuung, die ebenfalls Thema im Ortschaftsrat war, wünscht die Stadtteilvertretung, dass dezentral vor Ort möglichst alle Formen der Betreuung angeboten werden, soweit ausreichend Nachfrage besteht. Dies gilt insbesondere für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren und auch für Ganztageseinrichtungen. Zu diesem Zweck bittet das Gremium die Stadt um Unterstützung der Träger bei der Verbesserung der räumlichen Situation, so beim Kindergarten Guter Hirte, wo eine grundlegende Sanierung, wenn nicht ein Neubau ansteht. Die Heidelsheimer Kindergärten wurden für jeweils etwa 100 Kinder in je vier Regelgruppen errichtet. Durch erwünschte Angebotsveränderungen wie die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren, die Einführung verlängerter Öffnungszeiten sowie die Integration behinderter Kinder hat sich die Zahl der Gesamtplätze um 26 vermindert. Dennoch reichen derzeit die Plätze aus. Das vorhandene Angebot wird auch nachgefragt. Allerdings nutzen einige Kinder andere Betreuungsformen auswärts. Derzeit gibt es in Heidelsheim insgesamt vier Regelgruppen und drei Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit. Eine dieser Gruppen fungiert am Morgen als Auffanggruppe. In die Gruppen sind teilweise behinderte Kinder integriert. Zusammen mit zehn Kindern einer Krippengruppe werden sechzehn Kinder zwischen zwei und drei Jahren betreut. Statistisch gesehen ist zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung die doppelte oder dreifache Zahl notwendig. Neue Angebotsformen erfordern allerdings besondere räumliche Voraussetzungen, z.B. Ruheräume, die zum Teil noch zu schaffen sind. Allein die Umsetzung des heute schon geforderten pädagogischen Konzepts erfordert zusätzliche geeignete Räumlichkeiten, so dass Umbauten bzw. Erweiterungen notwendig werden können. Alle Fraktionen des Ortschaftsrates dankten den Kindergartenträgern und dem Personal für ihre Arbeit und baten sie, die anstehenden Veränderungen weiterhin positiv zu begleiten und zu gestalten, damit Heidelsheim auch in Zukunft attraktiv für junge Familien bleibt.

Bericht aus dem Ortschaftsrat Heidelsheim 12/2008

„Heidelsheim ist bei der Stadt Bruchsal angekommen"

BRUCHSAL/HEIDELSHEIM: Spatenstich für den Radweg nach Heidelsheim/Kosten in Höhe von 1,3 Millionen
von cornelia bauer
„Heidelsheim ist bei der Stadt Bruchsal angekommen". Das sagte der Heidelsheimer Ortsvorsteher Valentin Gölz am Montag beim Spatenstich zum Radweg zwischen Bruchsal und Heidelsheim.
Immerhin war diese Verbindung für Radfahrer schon bei den Gesprächen zur Eingemeindung in den Siebziger Jahren Thema. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im Jahr 1974 unterschrieben.
Schallendes Gelächter erntete Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner für seine humorvolle Bemerkung zum langen Zeitraum, den das Projekt bis zu seiner Realisierung gebraucht hat: „Zehn Jahre lang ist gar nichts passiert, dann ging es Schlag auf Schlag". Jetzt soll es noch ein halbes Jahr dauern, bis sich die Verkehrssicherheit für die Radfahrer zwischen Heidelsheim und Bruchsal deutlich verbessert.
Das ist auch Oberbürgermeister Bernd Doll ein großes Anliegen. Er bedankte sich mit den Worten „Sie haben mein Flehen erhört" beim Regierungspräsidium und beim Land. In einem OB-Wahlkampf hatte Doll bereits vollmundig versprochen: Der Radweg kommt. Doch der Naturschutz machte ihm einen Strich durch die Rechnung und stellte neue Hürden für die Neubaumaßnahme auf. Der Regierungspräsident hat bereits Pläne für die Einweihung des neuen Radweges: Er will die Strecke von Heidelsheim aus beginnen, der OB soll dagegen die Strecke bergauf in Angriff nehmen, so dass man sich in der Mitte trifft. „Ich habe schon viele Berge bezwungen - vor allem in Heidelsheim", konterte das Stadtoberhaupt. Der Heidelsheimer Ortsvorsteher gab ihm dann doch noch eine kleine Aufgabe mit auf den Weg: Während Kühner sich über je ein Fläschchen Heidelsheimer Ruländer und Bruchsaler Spätburgunder freuen durfte, erhielt der Oberbürgermeister eine Flasche Helmsheimer Weißburgunder - als sanfte Ermahnung, dass da noch eine kleine Lücke im Bruchsaler Radwegenetz klafft.

Gut zwei Kilometer wird der neue Radweg nach Heidelsheim lang sein und 1,3 Millionen Euro kosten. Der Radweg wird auf der Nordseite der Landesstraße 618 gebaut. Er beginnt an der Einmündung der Bergstraße in die Landesstraße und führt bis zur Wendeanlage der Markgrafenstraße. Der Weg erhält eine befestigte Breite von zwei Metern sowie seitliche Bankette mit einer Breite von einem halben Meter. In den Bereichen, in denen der Radweg parallel zur Landessstraße 618 verläuft, befindet sich zwischen der Fahrbahn und dem Radweg ein 1,25 Meter breiter Seitentrennstreifen. Im Bereich der Brücke über die Bahn ist zur Überführung des Radweges die Verbreiterung einer Kappenseite erforderlich. Die Kosten für den Bau, den Erwerb der Grundstücke und die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro trägt das Land. Im Rahmen des Neubaus wird auch in Teilbereichen die Entwässerung der Bundesstraße 35 saniert. Die Kosten für diese Maßnahme in Höhe von 200.000 Euro trägt der Bund.



Der Heidelsheimer Ortsvorsteher Valentin Gölz, Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner und Oberbürgermeister Bernd Doll beim Spatenstich, dem direkt die „echten" Bauarbeiten folgen. In einem halben Jahr soll der Radweg zwischen Bruchsal und Heidelsheim fertig gestellt sein.
foto: bauer

WOCHENBLATT 5. NOV. 2008

Radweg wird jetzt gebaut

Bruchsal (pa). Anfang November starten die Bauarbeiten für den Radweg zwischen Bruchsal und Heidelsheim entlang der L 618. Nach jahrzehntelangen Anstrengungen hat das Regierungspräsidium Karlsruhe jetzt die Plangenehmigung erteilt und Montag, 3. November, als Baubeginn genannt.

Zurück gehen die Anträge für den Radweg auf das Jahr 1979 als sichere Anbindung Heidelsheims an die Infrastruktur der Kernstadt. „Mit dem Radweg verbessern wir ganz wesentlich die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer", betont OB Bernd Doll, der sich seit Jahren für den Bau eingesetzt hat. Um das Verfahren voranzutreiben, hatte die Stadt selbst Planungsleistungen erbracht, die Grundstücksverhandlungen einvernehmlich geregelt und einen Konsens mit dem Naturschutz gefunden.

Allein die fehlenden finanziellen Mittel seitens des Landes verzögerten den Bau, denn der Radweg entlang der Landesstraße fällt ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Landes. In Heidelsheim wird der Radweg im Industriegebiet, im Wendehammer der Markgrafenstraße beginnen und von dort über den dann befestigten landwirtschaftlichen Weg und einen gemäßigten Anstieg auf die Höhe der Straße geführt. Anschließend darf weitgehend parallel zur L 618 in die Pedale getreten werden, wobei die Mindestbreite der Landesstraße von sechs Metern unangetastet bleibt. Auch die Bäume fallen dem Radweg nicht zum Opfer. In Bruchsal mündet der zwei Meter breite Weg schließlich in der Bergstraße in den innerstädtischen Radweg, der am Saalbach entlang ins Zentrum führt. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro.

BNN 17.9.2008

Bürgerinformation zu Querungshilfe auf dem Marktplatz

Bruchsal-Heidelsheim (goe)
Bevor eine auf dem Marktplatz geplante Querungshilfe für Fußgänger baulich umgesetzt wird soll im Ortschaftsrat am Dienstag, 29. Juli, um 19 Uhr, im Rathaus die Planung noch einmal vorgestellt werden. Diese sieht einen Fahrbahnteiler und die Schließung der Busbucht auf der Nordseite vor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mittelanmeldung für den Haushalt 2009 der Stadt vor. Die Bürgerschaft ist herzlich eingeladen.

Valentin Gölz

Mai 2008

Straßennamen nach Ortspersönlichkeiten

Ortschaftsrat entschied für das Neubaugebiet Obermühlteich / Lärmschutz in Arbeit

Bruchsal-Heidelsheim (goe). Nur wenige Straßen in Heidelsheim tragen die Namen von Personen. Hegel, Humboldt, Luther und Schiller haben es bisher zu dieser Ehre gebracht. Die Martinstraße erinnert an die erste Kirche auf dem heutigen Friedhof. Auf berühmt gewordene Heidelsheimer weisen die Heidolf-, Viktor-Renner- und Wundtstraße hin. Hey-dolf, ein germanischer Adeliger, gilt als sagenhafter Gründer der Siedlung Heydolfsheim. Viktor Renner (1899-1969), der Sohn eines amtierenden evangelischen Pfarrers und Dekans, war erster Innenminister des neuen Bundeslandes Baden-Württemberg und gab Heidelsheim 1952 die Stadtrechte zurück, die es im Dritten Reich verloren hatte. Er verlebte seine Jugend ebenso in Heidelsheim wie Wilhelm Wundt (1832-1926), ebenfalls Pfarrerssohn, der als Professor der Psychologie und Verfasser eines einschlägigen Lehrbuches Bedeutung erlangte.

Durch die Erschließung des Neubaugebietes Obermühlteich mit über 90 Bauplätzen eröffnete sich dem Ortschaftsrat erneut die Gelegenheit, Straßen nach berühmten Persönlichkeiten zu benennen. Durch seine heimatgeschichtlichen Forschungen und die Herausgabe seines Heimatbuches, Heidelsheim - Geschichte und Bild der ehemaligen Reichsstadt, hat sich Otto Härdle (1900-1978) große Verdienste erworben. Was heute über Heidelsheim bekannt ist, von den Anfängen bis ins hohe 19. Jahrhundert, ist ihm zu verdanken. Von dem nach ihm benannten Weg öffnet sich der Blick auf den Ort, wie ihn Merlan in seiner Stadtansicht 1654 festgehalten hat.

 

PROMINENTE NAMEN tragen die Straßen im Heidelsheimer Neubaugebiet Obermühlteich. Im Bild der Blick von der Hieronymus-Bock-Straße ins Tal. Foto: goe

Ein weiterer Weg ist nach Hieronymus Bock (1498-1554) benannt, der in Heidelsheim geboren wurde und sich als Arzt am Zweibrücker Hof, vor allem aber als Botaniker einen Namen machte. Bock verfasste eine der ersten umfassenden Pflanzenbeschreibungen, die er in seinem Kräuterbuch veröffentlichte. Er zählt zu den „Vätern der Botanik", zu den Pionieren, die sich mit wissenschaftlichen Methoden der Natur zuwandten. Die dritte Straßenbezeichnung dient der Erhaltung des Flurnamens Obermühlteich. Das Baugebiet liegt östlich der früher dort vorhandenen Oberen Mühle in einer Senke zwischen Hühnerberg und dem südlich gelegenen Gänsberg. Daraus ergibt sich eine Hanglage der Bauplätze von Süd bis Nordost. Am Tiefpunkt der Geländesenke, auch Teich genannt, zieht sich ein aufgelockerter Grünzug von oben nach unten. In ihm sind mehrere kleine Rückhaltebecken angeordnet, die das Oberflächenwasser aus dem Gebiet aufnehmen und kontrolliert abließen lassen. Ihr Uferbereich ermöglicht eine zentrale Erschließung für Fußgänger sowie kurze Wege zu den Häusern. Die Erschließung ist seit Spätherbst bis hin zu den Straßenschildern komplett fertiggestellt. Fünf Wohngebäude stehen schon, für drei weitere wachsen derzeit die Keller aus dem Boden.

Seit der Einstellung des Zugverkehrs wegen der Erneuerung der Bahntrasse Bruchsal-Mühlacker laufen auch die Arbeiten an der Lärmschutzwand, die ab Juli das Gebiet vor dem Bahnlärm schützt und ebenfalls für eine gute Wohnqualität sorgen soll.

April 2008

Keine Bürgersolaranlage für Heidelsheim

Bruchsal-Heidelsheim (goe) Der Antrag der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal (ewb) zur Errichtung einer Bürgersolaranlage auf dem Dach der Dietrich-Bonhoeffer-Schule fand in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates keine Mehrheit und ist somit abgelehnt. Die Planungen sahen eine Fotovoltaikanlage auf dem nach Süden gerichteten Dach des Neubaus vor. Das Investitionsvolumen sollte 100.000 € betragen, die über 200 Anteile zu je 500 € von interessierten Bürgern finanziert werden sollten. Ein Bürger sollte maximal fünf Anteile erwerben können. Interessenten aus dem Heidelsheimer Stadtkern sollten sich bevorzugt beteiligen können, weil dieses Gebiet zum Schutz der Gesamtanlage und des Stadtbildes unter Denkmalschutz steht. Alle Veränderungen am geschützten Bild bedürfen der Genehmigung der Stadt Bruchsal als untere Denkmalbehörde. Wegen der damit verbundenen negativen Veränderung der Dachlandschaft sind Solaranlagen, wenn überhaupt, nur sehr begrenzt und nur in konkret zu prüfenden Ausnahmefällen zulässig. Das fragliche Schulgebäude liegt zwar am äußersten Rand des geschützten Gebietes, aber doch innerhalb des Geltungsbereiches der Satzung. Das Landesdenkmalamt hatte der Maßnahme angesichts der Randlage in abgespeckter Form zugestimmt, um auch Eigentümern im Stadtkern die Möglichkeit zu eröffnen, regenerative Energien zu nutzen und zu unterstützen. Ein Teil der Ortschaftsräte zog die Möglichkeit einer etwas größeren Gemeinschaftsanlage an dieser weniger sensiblen Örtlichkeit zahlreichen verstreut liegenden kleineren privaten Anlagen vor. Auch begrüßten sie das Angebot der ewb, die Stromerzeugungsanlage unterrichtlich zu nutzen und die Schule bei Projekten zur Energieeinsparung zu unterstützen, wie das bereits an anderer Stelle geschieht. Andere Mitglieder des Gremiums verwiesen auf die Vorbildfunktion der Stadt, die im geschützten Gebiet und auch an von außen einsehbarer Stelle kein schlechtes Beispiel geben sollte. Vielmehr verwiesen sie auf andere Standorte außerhalb des Gebietes. Das bei der Abstimmung eingetretene Stimmenpatt bedeutete das Aus für die Anlage. Als nächste Schule hat die ewb nun die Burgschule in Obergrombach im Visier.
Gölz

Februar 2008

Neues Konzept soll die Hauptschule attraktiver machen

Bruchsal-Heidelsheim (goe) Die Hauptschule mit Werkrealschule am Ort soll erhalten bleiben, trotz zurückgehender Geburtenzahlen und eines veränderten Übergangsverhaltens im Anschluss an die Grundschule. Erreichen wollen das gemeinsam das zuständige städtische Amt, der Ortschaftsrat, die Schulleitung und der Elternbeirat. Zu diesem Zweck soll die Schule attraktiver werden durch ein erweitertes Bildungsangebot, Nachmittagsbetreuung und Mittagessen an der Schule. Das Angebot soll freiwillig wählbar, nach Anmeldung aber min- destens für ein Schulhalbjahr verbindlich sein. Die Hauptschule werde auch aus ideologischen Gründen schlecht geredet, kritisierte Ortsvorsteher Valentin Gölz. Viele Kinder seien eher praktisch begabt und Spätentwickler. Die Wahl der weiterführenden Schule sei zwar wichtig, und er verstehe, dass Eltern das Beste für Ihr Kind wollten. Es sollten aber weniger die Erwartungen der Eltern als die Begabungen und der aktuelle Entwicklungsstand der Kinder zugrunde gelegt werden. Über das weitere Leben werde nicht abschließend nach der vierten Klasse entschieden. Die Hauptschule sei keine Sackgasse, betonte er, was Rainer Rapp vom Amt für Familie, Schulen und Sport aufgriff und angesichts der vielfältigen Bildungswege in Baden-Württemberg so formulierte: Kein Abschluss ohne Anschluss.

Nach seinen Berechnungen wechseln zur Zeit in der Gesamtstadt Bruchsal etwa 30 % der Grundschüler auf die Hauptschulen, 30 % auf die Realschule und 40 % gehen in die Gymnasien, wobei es nach Ort und Jahr erhebliche Ausreißer geben kann. Trotz zurück- gehender Geburtenzahlen, in Heidelsheim in den letzten 18 Jahren von fast 60 auf stark 40 Kinder jährlich wolle, so Rapp, niemand eine Schließung der örtlichen Hauptschule. Allerdings gebe es Richtzahlen der Schulverwaltung, die eine Klassengröße von mindestens 17 Schülern und bei Zusammenlegung von Klassen maximal 26 Schüler vorsehen. Vorübergehende Abweichungen hiervon würden erfahrungsgemäß toleriert. Derzeit gibt es in Bruchsal Schulbezirke, die festschreiben, welche Grund- bzw. Hauptschule zu besuchen ist. Die Schule in Heidelsheim muss sich deshalb vor allem aus dem Ort heraus füllen, gegebenenfalls auch noch durch Hauptschüler aus Helmsheim. So ist es auch aus der Sicht der Stadt geboten, die hiesige Hauptschule durch erweiterte Bildungs- und Betreuungsangebote zu stärken und ein Profil zu entwickeln, das die Chancen der Kinder auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg erhöht und auch die Bedürfnisse beispielsweise berufstätiger Eltern berücksichtigt.

Das von der Schule vorgesehene Konzept sieht vor, nach Schulschluss um 13 Uhr ein Mittagessen zu reichen. Der Nachmittag bis 16 Uhr ist gefüllt mit Hausaufgabenbetreuung, sportlichen und musischen Aktivitäten. Das Jugendhaus wird sich an einem Nachmittag mit Angeboten einbringen, außerdem wird direkt neben dem Pausenhof ein Schulgarten angelegt und im Rahmen eines Projekts gepflegt und betreut. Inwieweit Schüler anderer Klassen von dem Konzept partizipieren können hängt vom Interesse ab und soll bei Bedarf geprüft werden. Rektor Alfred Gruber legte Wert auf die Feststellung, dass die neue Konzeption, die ab dem kommenden Schuljahr erstmals für die neue fünfte Klasse umgesetzt wird, nicht einfach Beaufsichtigung bedeutet. Vielmehr werden die Schüler zusätzlich zum Essen pädagogisch betreut und in Leistungsvermögen und Sozialkompetenz gefördert. Das bislang in Kooperation mit der Schule in Gondelsheim praktizierte Modell 7 + 3 wird aufgegeben, das heißt alle Schüler werden von der fünften bis zur neunten Klasse gemeinsam beschult. Leistungsfähigere Schüler erhalten ab der siebenten Klasse Zusatzunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik und können bei Eignung das zehnte Schuljahr besuchen, das an der Werkrealschule zum mittleren Bildungsabschluss führt. Der Unterricht findet ausschließlich in Heidelsheim statt. Die Schule will auch noch intensiver und vor allem früher und kontinuierlich auf die Berufswelt vorbereiten. Dadurch sollen die Schüler stärker motiviert werden und eine Orientierung über die Möglichkeiten und Anforderungen der Arbeitswelt erhalten. Die Ortschaftsräte begrüßten unisono, dass die Schule aktuelle Probleme aufgreift und Lösungen anbietet.

Gölz

KAD