Gemarkungsputzete alle Jahre (März 2004)
Bruchsal-Heidelsheim (goe)
Nach einem gelungenen Vorlauf im vergangenen Jahr hatte der
Ortschaftsrat erneut zu einer Gemarkungsputzete eingeladen.
Gegen 60 Personen fanden sich beim Sportplatz ein, als Mitglieder von Gruppen wie Bürgerwehr, Montainbiker, Neuapostolische Kirche und Ortschaftsrat oder als
Einzelpersonen, darunter auch Stadtbaudirektor Berthold Koehlen. Förster Michael Durst verteilte die Helfer auf die Sammelgebiete und organisierte den Transport. Dabei fand er Unterstützung bei den Jagdpächtern und der Freiwilligen
Feuerwehr, die auch an belebten Straßen das Einsammeln übernahm.
Nach etwa drei Stunden Sammelzeit füllten sich die Container auf 15 cbm, das gleiche Volumen wie im Vorjahr. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass dieses
Mal neue Gebiete erschlossen wurden, so das Naturdenkmal Schwallenbrunnen, das Saalbachufer, der alte Mühlgraben sowie die B 35 Böschung ortsseits. Für die ehrenamtlichen Helfer war es schon frustrierend zu erleben, wie Zeitgenossen
zu ihrer natürlichen Umwelt stehen.
Wenn Reifen, halbe Mopeds, Schaumpolster, Möbelstücke
an Böschungen aufgelesen oder aus dem Saalbach gefischt werden müssen, wenn Abfälle so am Saalbach deponiert werden, dass sie das nächste Hochwasser garantiert mitnimmt, dann muss Vorsatz unterstellt werden.
Eine regelmäßige Bachschau
seitens der Stadt würde diesem Verhalten entschieden entgegenwirken. Auf eine Putzete zu verzichten, wäre dennoch falsch. Einerseits beeinträchtigen Abfälle in der Natur unser ästhetisches Empfinden und all zu oft schädigen sie auch die
Umwelt. Angesichts des großen Engagements vieler Helfer in ihrer Freizeit mag doch den einen oder anderen Umweltsünder sein schlechtes Gewissen plagen und ihn fürderhin von seinem schändlichen Tun abhalten.
Gemarkungsputzete war doppelter Erfolg (März 2003)
Gegen 20 cbm Abfälle sammelten freiwillige Helferinnen und Helfer letzten Samstag in Wald und Flur sowie
im bebauten Teil von Heidelsheim. Allein im Bereich des Bahnhofs und der ehemaligen Asylbewerberunterkunft wurde ein Anhänger voll Müll gefunden. Insofern war die Putzete ein voller Erfolg.
Überrascht und begeistert waren die Verantwortlichen auch von der großen Zahl der freiwilligen Helfer, darunter auch viele Jugendliche aus Vereinen, Kirchen, Schule und Jugendhaus. Mehr als 70 fleißige Freiwillige
fanden so ziemlich alles, von A wie Autoreifen bis Z wie Zeitungen, die von faulen Austrägern irgendwo abgelegt und gerade nicht ausgetragen wurden.
Müssen achtlos weggeworfene Papiere, Folien, Dosen und Flaschen leider als symptomatisch für unsere fortgeschrittene Konsumgesellschaft angesehen werden, so ist das illegale Entsorgen von Autobatterien,
Elektrogeräten, Sperrmüll, Gartenabfällen und Bauschutt als kriminelles Verhalten anzusehen. Beispielsweise ist die Entsorgung von Gartenabfällen bei den Annahmestellen BOM und WELB kostenfrei
und so einfach. Da muss es schon verwundern, wenn solche Abfälle am Bahndamm, am Saalbachufer oder im Gebiet Alter Graben im ehemaligen Mühlgraben abgelegt werden.
Auch Bauschutt
wurde in verschiedenen Mengen angetroffen. Am skrupellosesten war ein Badsanierer, der sich beim Scheckenbronner Hof mit einem ganzen Autoanhänger voller Schutt ein fragwürdiges Denkmal gesetzt hat.
Ortsvorsteher Valentin Gölz, der mit fast allen Ortschaftsräten mit von der Partie war, dankte Michael Durst, dem Initiator der Aktion, für die Organisation und die umweltgerechte Entsorgung sowie allen Helferinnen und
Helfern, die mit einer Brezel und einem Getränk für ihren Einsatz entschädigt wurden. Nach Meinung des Ortsvorstehers zeigt der mengenmäßige “Ertrag” der Putzete, dass das städtische Müllkonzept an einigen Stellen überdacht werden muss.
Wer Beobachtungen über wilde Ablagerungen macht möge sich, am besten mit Namen oder Autonummer des Täters, vertrauensvoll an die Verwaltungsstelle oder das Umweltamt der Stadt wenden.
(goe)