Ökonomie und Ökologie als Ziele der Waldbewirtschaftung
9. April 2011
Der Wald in allen seinen Facetten konnte bei einer Exkursion des Ortschaftsrates und weiterer Teilnehmer
erfahren werden.
So kam die jungsteinzeitliche Siedlung der Michelsberger
Kultur auf dem Altenberg ebenso zur Sprache wie die zwei noch sichtbaren Grabhügel aus der Eisenzeit.
Holzbeugen erinnerten unterwegs an die Verwendung von Holz als Brennstoff. Während das Bürgerholz von immer weniger
Personen bezogen wird steigt die Nachfrage nach Polderholz, das die Käufer nach eigenen Bedürfnissen im Wald zersägen. An mehreren Stellen wurden die Teilnehmer auf Waldbilder aufmerksam gemacht und ihnen die dort vertretenen Baumarten
beschrieben. Auch wenn der Wald als Teil unserer Kulturlandschaft gilt, ist er doch naturnäher als landwirtschaftlich genutzte oder gar Siedlungsflächen. Die aktuelle Art der Bewirtschaftung, die Kahlhiebe vermeidet und
Naturverjüngung fördert, die den Wald nicht fegt sondern biologische Masse dort belässt, ist nicht unordentlich, wie der Laie vielleicht empfindet, sondern sie macht den Wald ökologisch wertvoller. Den
größtmöglichen Schutz der Natur auf der gesamten Fläche hält Förster Durst grundsätzlich für wirkungsvoller als besonders geschützte Insellösungen. Ausdrücklich unerwünscht ist Todholz an Douglasien, die
abgestorbene Äste nicht abwerfen. Werden diese nicht rechtzeitig entfernt, wachsen sie in den Stamm ein und mindern die Qualität des Nutzholzes.
Ökologische Waldbewirtschaftung schließt den Maschineneinsatz nicht aus, vor allem bei der Vornutzung, wo Bäume entfernt werden um den qualitativ besseren Licht und Luft und somit besseres Gedeihen zu sichern.
Während die Esche immerhin 2-3 % Anteil hat sind Ulme und Elsbeere eher selten anzutreffen. Letztere ist Baum des Jahres 2011. Das Holz ist rötlich wie beim Birnbaum und sehr gesucht. Dass gleichzeitig das
internationale Jahr des Waldes begangen wird ist für Durst eher der Situation der Wälder in der Dritten Welt geschuldet, wo meist nicht nachhaltig gewirtschaftet wird.
Neben dem Lesen der Fährten von Wildschwein und Reh lernten die Teilnehmer auch die Höhenvermessung von stehenden Bäumen kennen, so mit dem Förster-Dreieck. Eine mächtige Buche an optimalem Standort
war bei etwa 90 cm Durchmesser und gegen 3 Meter Stammumfang etwa 37 Meter hoch.
Getrübt wurde der durchweg positive Eindruck der Begehung durch eine neue Krankheit bei der Esche, wo
ein Pilz Leitungsbahnen blockiert und Triebspitzen absterben lässt.
Text und Foto; Valentin. Gölz