Vorstellung der Heidelsheimer Vereine in der Festschrift zu den
5. Heidelsheimer Heimattagen
vom 7. bis 9. Juli 1979

Die Vereine der Arbeitsgemeinschaft stellen sich vor

Schon seit einigen Jahren wurde bei den jährlichen Zusammenkünften der Vereinsvorsitzenden zur Festlegung der Veranstaltungstermine über die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Heidelsheimer Vereine diskutiert. Nachdem im Oktober 1978 auch die Durchführung des 5. Heidelsheimer Heimatfestes im Jahre 1979 angesprochen wurde, nahm dieses Thema wieder konkrete Formen an. Am 13. Februar 1979 war es dann soweit. Im Rathaussaal der Verwaltungsstelle wurde die Arbeitsgemeinschaft Heidelsheimer Vereine zur Durchführung des 5. Heimatfestes gegründet. Dieser Arbeitsgemeinschaft sind insgesamt 11 Ortsvereine beigetreten. Vorsitzender wurde Orstvorsteher Paul Metzger und Stellvertreter Gerhard Kling. Als Schriftführer wurde Verwaltungsstellenleiter Herbert Durst gewählt.
Der Arbeitsgemeinschaft gehören folgende Vereine an:
Turnverein 1899 e. V., Sportvereinigung FC-07 e. V., Stadtkapelle e. V., Odenwaldklub, Ortsgruppe Heidelsheim, Freiw. Feuerwehr, Abteilung Heidelsheim, Sängerbund-Liederkranz e. V., Gewerbevereinigung, Schützenverein e. V., Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Heidelsheim, Handharmonika-Spielring e. V. und Stammtisch "Spinnclub" e. V.
Diese Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, das 5. Heidelsheimer Heimatfest zu organisieren und durchzuführen.
Zur Darstellung dieser Vereine wird nachfolgend die Vereinschronik in Kurzform und alphabetischer Reihenfolge veröffentlicht.

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1. Deutsches Rotes Kreuz, Ortsverein Heidelsheim
Die Gründungsversammlung fand am 25. 2. 1909 im Gasthaus zum Grünen Hof statt. Bei dieser Zusammenkunft sind sofort 22 Einwohner dem Ortsverein beigetreten. Zum 1. Vorstand wurden die Herren Andreas Graf und Georg Jäger bestellt, hinzu kam Martin Härdle als Schriftführer. Der 1. Weltkrieg ging auch beim DRK nicht ohne Spuren vorüber. Nach Kriegsende fanden sich jedoch wieder Mitglieder, um den Dienst am Nächsten fortzusetzen. Das Jahr 1927 weist in der Chronik viele neue Eintritte auf. Von diesen Mitgliedern sind heute noch sehr viele am Leben. Es handelt sich hierbei um die Herren Jakob Keller, Wilhelm Kuhn, Heinrich Walter, Heinrich Schwedes, Otto Schleicher, August Dietz und Arthur Durst. Das Vereinsleben kam auch im 2. Weltkrieg fast zum Erliegen. Nach den Kriegswirren war es jedoch Martin Härdle, der erneut eine große Schar freiwilliger Helfer zusammenbrachte und selbst bis 1960 dem Ortsverein vorstand, ehe er von Waldemar Keller abgelöst wurde. Im Jahre 1963 gab es erneut einen Vorstandswechsel. Waldemar Keller legte die Arbeit in die Hände von Franz Czemmel, der wiederum zwei Jahre später sein Amt zur Verfügung stellte. Ab 1965 fungiert nunmehr ununterbrochen Siegbert Ochs als 1. Vorstand des DRK-Ortsvereins.
In diese Zeit fällt auch der Bau des DRK-Heimes beim Kraichgaustadion, das 1970 im Rahmen des 60jährigen Jubiläums seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Gerade diese Baumaßnahmen, was als einmalig im Bereich des DRK-Kreisverbandes zu werten ist, kostete für den 1. Vorsitzenden Siegbert Ochs und dessen Stellvertreter Helmut Härdle sehr große Anstrengungen. Der Ortsverein erlebte in den letzten Jahren bei den aktiven Mitgliedern und hier besonders durch Jugendliche einen Aufschwung, ein wesentliches Verdienst von Bereitschaftsführer Udo Burkhard. Im Jahre 1979 setzt sich die Vorstandschaft aus Siegbert Ochs, Helmut Härdle, Dieter Müller, Heinrich Schütz, Udo Burkhard, Renate Mohrholz und Waldemar Keller, sowie Dr. Lanz als Vereinsarzt zusammen.

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2. Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Heidelsheim
Am 11. Juli 1865, abends 19 Uhr erblickte die Freiwillige Feuerwehr im Rathaussaal als neues Erdenkind das Licht der ehemaligen Reichsstadt vor einer zahlreichen Gevatterschaft. Hauptmann Georg Walter konnte schon nach kurzer Zeit die stattliche Zahl von 90 Mann um sich scharen. Bereits vier Jahre später, also 1869 erfolgte die Gründung des Spielmannszuges. Zu diesem Zeitpunkt war die Tätigkeit der Trommler und Hornisten natürlich nicht nur auf Veranstaltungen begrenzt, sondern sie waren auch als Alarmierer bei Proben und Ernstfällen im Einsatz. Die erste Fahne konnte schon im Jahre 1867 geweiht werden, der 1900 eine neue folgte. Sie flatterte voran bei Fest und Feier, bei der Ehrung der Feuerwehrveteranen, bei nationalen Gedenktagen, an Kaisers und Großherzogs Geburtstagen. Die Dienstkleidung oder Uniform mit Rang- und Ehrenabzeichen trug man bei diesen Gelegenheiten mit Stolz. Auf dem Lande war und ist heute noch die Feuerwehr als Formation die einzige Uniformträgerin. Die Feuerwehrmänner waren und sind "Mädchen für alles". Man mußte sich wappnen gegen Waldbrände, von denen Heidelsheims Waldungen jedoch zum Glück bis jetzt verschont blieben. Wiederholt ereignete es sich, daß Heidelsheims Hausbächlein, der Saalbach, zum reißenden Strom wurde. Mehrmals mußte die Feuerwehr ausrücken, um die schlimmsten Hochwasserschäden zu mildern. Bei Eisenbahn- und Verkehrsunfällen wurde die Wehr immer wieder zu Hilfe gerufen, bei Einsturzgefahr und Absperrung war man zum Dienst bereit. Daß aber einmal die Feuerwehr, anstatt dem Nächsten zu helfen, an sich selbst denken und sich selbst retten mußte, ereignete sich ausgerechnet beim 90jährigen Jubelfest in der Reiterhalle, als eine Stunde vor Beginn der Himmel seine Schleusen öffnete und es wie mit Kübeln goß. Ein Wetter, "wie es Heidelsheim noch selten erlebt hatte". Die festlich geschmückte Reithalle glich einem See, wobei sich die Feuerwehrmänner jedoch nicht "verrückt" machen ließen. Unter Einsatz aller verfügbaren Kräfte gelang es, die Halle wieder herzurichten, so daß ungefähr eine Stunde später das Programm offiziell eröffnet werden konnte.
Seit der Gründung im Jahre 1865 ist mit Kurt Gramlich der elfte Kommandant an der Spitze der Feuerwehr. Seine Vorgänger waren Georg Walter, Josef Eisinger, Heinrich Durst, Johann Trautwein, Johann Keller, Heinrich Höckel, Robert Lehmann, Franz Fechtig, Artur Härdle und Wilhelm Eberle. Vier dieser Männer waren über einen längeren Zeitraum für die Belange der Wehr zuständig. Heinrich Durst stand von 1878 bis 1891 an der Spitze, während Heinrich Höckel von 1906 bis 1919 die Kommandantenwürde trug. Er wurde von Robert Lehmann abgelöst, der 1946 sein Amt zur Verfügung stellte. Eng verbunden mit der Freiw. Feuerwehr ist der Name Wilhelm Eberle, der nach seinem altersbedingten Rücktritt am 7. 2. 1977 zum Ehrenkommandanten aufgrund seiner großen Verdienste ernannt wurde. Wilhelm Eberle stand nahezu 25 Jahre an der Spitze der Feuerwehr.
Durch die Eingliederung von Heidelsheim in die Stadt Bruchsal am 1. Oktober 1974 gab es bei der Feuerwehr eine Änderung. Die Heidelsheimer Wehr wurde demzufolge eine Abteilung der Bruchsaler Wehr, ohne jedoch ihre Selbständigkeit einzubüßen.
Der Spielmanns- und Fanfarenzug, der in diesem Jahr sein 110jähriges Bestehen feiern konnte, gelangte weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus zu Ruhm und Ansehen. Egal, ob man in Uniform oder den schmucken Landsknechtstrachten, die anläßlich des Heimatfestes 1962 von der ehemaligen Stadt Heidelsheim angefertigt wurden, auftritt, man ist überall ein gerngesehener Gast. Der Heidelsheimer Spielmannszug ist der einzige im Bereich der Stadt Bruchsal mit ihren Stadtteilwehren.

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3. Gewerbevereinigung Heidelsheim
Vertreter sämtlicher Heidelsheimer Handwerks- und Geschäftszweige versammelten sich am 27. 4. 1953 im Gasthaus "Adler" um eine Vereinigung des Handwerks, Handels und der Industrie auf örtlicher Basis zu gründen. Die damalige Aufgabenstellung ist noch die gleiche wie heute. Die Gewerbevereinigung hat sich zur Aufgabe gemacht, gewerbe- und berufspolitische Fragen zu lösen, Wahrung aller wirtschaftlichen Belange auf Orts- und Kreisebene, Belebung der örtlichen Wirtschaft, Beschäftigung möglichst vieler Heidelsheimer am Ort und vieles mehr. Als Zukunftaufgabe wurde schon damals die Berufsausbildung und die stete Fortbildung der Gewerbetreibenden und der Mitarbeiter erkannt. Alle diese Momente drängten die damals Anwesenden, schon bei der ersten Zusammenkunft die Gewerbevereinigung sofort ins Leben zu rufen. Als Initiator zeichnete sich Elektromeister Philipp Rebentisch aus.
Im Verlaufe der über 25jährigen Geschichte stellte die Gewerbevereinigung laufend mehrere Gemeinderäte und nach der Eingliederung 1974 Ortschaftsräte. Zur Zeit ist die Vereinigung durch Dipl.-Ing. Walter Zimmermann und Alfons Nellinger im Ortschaftsrat vertreten. Die weitere Beteiligung erstreckt sich über das gesamte kulturelle und kommunale Geschehen des Stadtteils. Beteiligung bei Fußballortsturnieren, Schießwettbewerben oder bei der Pflege alten Brauchtums. So wird seit zwei Jahren wieder ein Maibaum mit den Zunftzeichen auf dem Marktplatz erstellt. In feierlichem Rahmen unter Anwesenheit des Leiters des Landesgewerbeamtes, Dr. Kunze und Oberbürgermeister Dr. Bierfinger wurde 1978 das 25jährige Jubiläum gefeiert. In neuerer Zeit finden regelmäßig Stammtischabende statt, bei denen gemeinsame Probleme besprochen und gelöst werden. Dia- und Filmvorträge lockern diese Zusammenkünfte auf.
Für die Aktivitäten und Erfolge, insbesondere der letzten Jahre zeichnet, aufbauend auf den Leistungen des verstorbenen Ehrenvorstandes Eugen Fuchs, die heutige Vorstandschaft unter ihrem 1. Vorsitzenden Dipl.-Ing. Walter Zimmermann, seines Stellvertreters Bertram Fuchs und Kassier Alfons Nellinger in Zusammenarbeit mit den Leitern der einzelnen Sparten verantwortlich.

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4. Handharmonikaspielring Heidelsheim
Auf Initiative von Willi Rebentisch wurde am 16. 3. 1957 der Handharmonikaspielring im Gasthaus "Adler" ins Leben gerufen. Der begeisterte Harmonikaspieler Willi Rebentisch wurde zum 1. Vorstand gewählt. Von den Gründungsmitgliedern haben noch 14 Personen dem Verein die Treue gehalten. Die ersten Proben, wie könnte es anders sein, fanden ebenfalls bei der Familie Rebentisch statt, während man in den nächsten Jahren in die Werkstatt von Marcel Boes auswich, um nunmehr schon seit langer Zeit im Schulhaus die Proben abzuwickeln. Noch im Gründungsjahr trat man mit 22 aktiven Spielern dem Deutschen Harmonika-Verband, mit dem Sitz in Trossingen, bei.
In der 22jährigen Vereinsgeschichte wurden viele Konzerte in Heidelsheim und überregional durchgeführt, zumal das Akkordeonspiel immer mehr begeistern konnte. Schöne Titel konnten errungen werden, wobei der größte Erfolg beim Weltfestival 1964 in Luzern gelang. Unter 70 Orchestern errangen die Heidelsheimer einen beachtlichen und nie erwarteten 18. Platz.
Als Einzelspieler konnte Werner Rebentisch, der Sohn des damaligen 1. Vorstandes, Popularität weit über die Landesgrenzen hinaus erzielen, können sich die Einzeltitel mehr als sehen lassen. Im Jahre 1962 wurde er in Schwenningen Südwestdeutscher Jugendmeister und 1963 gar Deutscher Jugendmeister. Den größten Erfolg konnte Werner Rebentisch jedoch 1984 in Luzern erringen, wo er nach der Vizeweltmeisterschaft bei der Jugend in seinem Heimatort stürmisch empfangen wurde.
Im Jahre 1972 gab der langjährige Vorsitzende Willi Rebentisch sein Amt in jüngere Hände und wurde ein Jahr danach aufgrund seiner großen Verdienste um das Akkordeonspiel zum Ehrenvorstand ernannt. Seit 1972 steht Siegbert Ochs an der Spitze des Handharmonikaspielrings. Er gehört ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern des Vereins.
In gebührender Weise wurde vom 19. bis 22. Mai 1977 das 20jährige Bestehen des Vereins gefeiert.
Mit seinen 80 Mitgliedern war es für den Handharmonika-Spielring bislang immer eine besondere Aufgabe, bei kulturellen Veranstaltungen der örtlichen Vereine zur Stelle zu sein, was auch in Zukunft der Fall sein soll.

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5. Odenwaldklub Heidelsheim
Der im Jahre 1923 gegründete Touristenverein "Berg Heil" hat sich 1937 organisatorisch dem Verband "Odenwaldklub" angeschlossen und vom ersten Tag des Bestehens an belebend für die Stadt Heidelsheim gewirkt. Unvergeßlich sind die Anfangsjahre mit den großen Theater- und Operettenaufführungen. Daneben entstand bald ein Mandolinenorchester, ein Klangkörper, der bei der Bevölkerung helle Begeisterung fand. Beim Odenwaldklub waren immer wieder viele Idealisten am Werk, die durch Erstellung von Sitzbänken und Ruheplätzen ihren Mitmenschen dienten. Schließlich entstand im Jahre 1959 der erste massive Klubhausbau am Dattenberg, nachdem man sich zuvor immer mit Rundholzbauten begnügte. Alle Arbeiten wurden jedoch in eigener Regie durchgeführt. Mühsam, unter großen Opfern der Mitglieder ist heute ein Freizeitgelände auf gemeinnütziger Basis von über 50 Ar im Gewann Dattenberg entstanden, das sich bei den Wanderern aus nah und fern größter Beliebtheit erfreut. Auf diesem Gelände befindet sich das Clubhaus und Jugendheim. Spielplatz, Grillstätte, Pflanzen- und Blumengarten, sowie Sitzbänke gehören ebenfalls zu dem Freizeitgelände in idyllischer Lage. Die markierten Rundwanderwege werden dankbar beschritten, ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Natur und Mensch ist festzustellen, die Mühe und Arbeit findet Anerkennung bei gemütlicher Rast im Clubhaus "Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heitren Stunden nur", so spricht die Besucher die neuerdings vom Flurbereinigungsamt auf dem OWK-Gelände erstellte Sonnenuhr an. Die in über 50 Jahren durchgeführten jährlichen Programm- und Sportwanderungen beinhalten immer wieder diesen schönen Spruch. Der Odenwaldklub kann in den letzten Jahren mit Freude feststellen, daß die Wanderungen von einer immer größer werdenden Anzahl dankend aufgenommen werden. Besonders erfreulich jedoch, daß auch die Jugend wieder Gefallen am Wandern gefunden hat. In diesem Jahr hat Albert Braun sen. das Amt des 1. Vorsitzenden übernommen.

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6. Sängerbund-Liederkranz Heidelsheim
Am 14. November 1893 versammelten sich eine Anzahl Heidelsheimer Männer, um die Gründung eines Gesangvereins einzuleiten. Der Verein wurde unter dem Namen "Liederkranz" gegründet und Johann Schmitt als 1. Vorsitzender gewählt. Hauptlehrer Kolderer konnte als Dirigent gewonnen werden. Vier Jahre nach der Gründung erlebten die Sänger ihren ersten Höhepunkt, nämlich die Fahnenweihe im Jahre 1897. Für die Anschaffung der Vereinsfahne wurde für die damalige Zeit die recht beträchtliche Summe von 658 Goldmark gespendet. Die Jahre zwischen der Jahrhundertwende und dem Ausbruch des 1. Weltkrieges waren durch häufige Dirigentenwechsel gekennzeichnet. Die Kriegswirren vereitelten eine Feier zum 25jährigen Bestehen. Doch gelang es trotz politisch und wirtschaftlich schwieriger Nachkriegsjahre das 30jährige Stiftungsfest durchzuführen. Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme am 10. Deutschen Sängerbundfest im Jahre 1928 in Wien. 40 000 Sänger kamen hierzu in Wien zusammen, wobei das Hauptereignis ein vierstündiger Festzug durch die Straßen der Donau-Metropole war. Der Verein wurde zu dieser Zeit von Heinrich Hoffmann geleitet, während August Ockert für die Ausbildung des Chores verantwortlich war.
Von 1903 bis 1933 bestand in Heidelsheim unter dem Namen "Sängerbund" ein zweiter Männerchor, der ebenfalls über ein ausgezeichnetes Stimmenmaterial verfügte. Die Leitung dieses Vereins lag in Händen von Markus Fuchs. Einen Höhepunkt des Sängerbundes bildete der Besuch des badischen Liederfestes in Freiburg im Jahre 1911. Unvergessen bleibt auch das 25jährige Vereinsjubiläum verbunden mit der Fahnenweihe im Jahre 1928 unter der Leitung von Vorstand Gustav Schäf und Dirigent Eugen Zickwolf.
Nach dem zweiten Weltkrieg schlossen sich beide Vereine unter dem Namen "Sängerbund-Liederkranz" zusammen. Vorsitzender wurde Markus Fuchs II, während die Arbeit des Chorleiters nochmals für weitere 10 Jahre von Rektor August Ockert übernommen wurde. Das 60jährige Vereinsjubiläum wurde 1953 mit einem Festkonzert gebührend gefeiert.
Einen Wechsel in der Vereinsführung gab es 1960. Helmut Pabst übernahm die Regie und leitete den Verein bis 1971. Unter der musikalischen Leitung von Chorleiter Karl-Heinz Stecher (1961 - 1978) wurde in den Jahren bis zum 75jährigen Jubiläum eine lange Reihe von Freundschaftssingen, sowie Prädikatsingen mit guten Erfolgen besucht. Ein Markstein in der Vereinsgeschichte bedeutete wieder das 75jährige Jubiläum im Jahre 1968. Hervorgehend aus diesem Jubiläum wurde der Frauenchor ins Leben gerufen, der im vergangenen Jahr bereits das 10jährige Bestehen feiern konnte.
Helmut Pabst wurde an der Vereinsspitze von Gerhard März im Jahre 1971 abgelöst. Im vergangenen Jahr kam es erneut zu einem Wechsel in der Vereinsleitung. Herbert Bauer übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Die musikalische Leitung hat im Januar dieses Jahres Klaus Eisenmann aus Pforzheim übernommen.

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7. KK Schützenverein 1925 Heidelsheim
Die Geschichte des Schießsportes in Heidelsheim beginnt nicht erst mit dem Jahre 1925, dem Gründungsjahr des Schützenvereins. Die Heidelsheimer Schützen können auf eine 500jährige Geschichte zurückblicken, auf eine Tradition also, die bis in den Ausgang des Mittelalters reicht, als man noch mit der Armbrust Pfeile und Bolzen ins Ziel schoß. Das Freischießen an der "Schießmauer" war ein Wertungsschießen aus Steh- und Rennscheiben und stets verbunden mit einem Volksfest bei Musik und Tanz. Die Meisterschützen erhielten mit landesfürstlichem Zuschuß Preisgeschenke und alle Schützen vom Stadtrat den Schützenwein.
Der heutige Schützenverein wurde im Jahre 1925 gegründet. Noch im selben Jahr wurde der Schießbetrieb aufgenommen und 1926 bereits das erste Schützenhaus erstellt. Unvergessen in der Vereinsgeschichte sind die Namen der Meisterschützen Hermann Zumbach, Artur Brenner, Gottlieb Weber, Oswald Rieth, Albert Walter und Alfred Walter. Verboten wurde der Verein im
Jahre 1945. Die Wiedergründung erfolgte 1952. Die Standanlage und das Schützenhaus, das zwischenzeitlich von der Stadt Heidelsheim vermietet war, konnten jedoch erst wieder im Jahre 1956 dem Verein zurückgegeben werden. Entsprechend den Anforderungen wurden in den vergangenen Jahren die Anlagen erweitert bzw. erneuert. Als krönender Abschluß der Bauarbeiten konnte rechtzeitig zum 50jährigen Jubiläum 1975 das neue, geräumige Schützenhaus seiner Bestimmung übergeben werden.
Altes und neues Schützenhaus im Vereinsgelände "Lindenbäume".
Die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten können heute als optimal bezeichnet werden. Mit Stolz kann der Schützenverein auf acht 50-Meter KKSchießbahnen, vier 100-Meter KK-Bahnen, 20 Luftgewehrstände im Freien und 6 im Schützenhaus verweisen. Auch die jüngere Generation des Vereins hat den guten Ruf über die Grenzen unserer Stadt hinausgetragen. Neben unzähligen Kreismeistertiteln haben die Mitglieder beachtliche Erfolge bei Landesund Deutschen Meisterschaften erzielt. Bekannte Namen wie Ursula Schwendemann,
Tilla Roith, Markus Friedrich und natürlich Günter Heuser haben überregional hervorragende Erfolge erzielt.
Seit der Gründung standen folgende Personen an der Spitze der Vereins: Friedrich Feßenbecker, Gottlieb Weber, Otto Hielscher, Bernhard Durst, Alfred Walter, heutiger Ehrenvorstand, Horst Greif, Josef Limmer und zur Zeit Heinz Zutavern.

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8. Sportvereinigung FC-07 Heidelsheim
Die Sportvereinigung FC-07 entstand nach dem zweiten Weltkrieg, als die Vereinstätigkeit allgemein wieder aufgenommen wurde, aus der Fusion der freien Turnerschaft 1907 und dem Fußballclub 1919. Bereits im Jahre 1912 wurde erstmals der "FC Germania Heidelsheim" gegründet, dessen ohnehin schwierigen "Geburtswehen" mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges noch verschlimmert wurden, so daß dieser Verein nur kurze Zeit bestand. Nach den Kriegswirren wurde unter dem Namen "Fußball-Club 1919 Heidelsheim" ein neuer Fußballverein gegründet. Die freie Turnerschaft nahm bereits 1907 den Sportbetrieb auf. Dieser Verein wurde 1933 aufgelöst. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte dann am 3. Oktober 1946 der Zusammenschluß des FC 1919 mit den Mitgliedern der freien Turnerschaft 1907 zu dem neuen Verein "Sportvereinigung FC-07". Wie alle Fußballvereine in der damaligen Zeit, hatte man auch in Heidelsheim vor allem mit der "Sportplatzfrage" schwere Kämpfe auszustehen. Eng verbunden mit dem Fußball in Heidelsheim ist der Name des zwischenzeitlich verstorbenen Ehrenvorstandes Emil Boes sen., der es zu seiner Hauptaufgabe machte, für seine "Fußballer" einen neuen Sportplatz zu erhalten. Unter dem damaligen Bürgermeister Herbert Doll wurden dann nach vergeblichen früheren Anläufen Anfang der 60iger Jahre die Weichen für ein Stadion gestellt, das im Jahre 1967 seiner Bestimmung übergeben werden konnte und mit zu den schönsten Anlagen im Bereich des Fußballkreises Bruchsal zählt. Eigene Umkleideräume und ein Clubhaus waren in dieser Zeit jedenfalls noch ein Fremdwort. Emil Boes war auch der Initiator für die Errichtung des Clubhauses beim Kraichgaustadion, das ebenso im Jahre 1967 eingeweiht werden konnte. Im vergangenen Jahr wurden an diesem Clubhaus umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten aufgenommen, die 1979 abgeschlossen werden sollen.
Emil Boes hat sich durch diese Maßnahmen einen bleibenden Namen im Verein geschaffen. Aufgrund seiner Verdienste wurde er 1967, nach seinem altersbedingten Rücktritt als 1. Vorsitzender, zum Ehrenvorstand der Sportvereinigung FC-07 ernannt. Eng verbunden mit dem Fußball sind auch die Namen der Ehrenmitglieder Marcel Boes, Heinrich Walter und Walter Veith, die durch
ihre langjährige Tätigkeit in der Vorstandschaft in verschiedenen Ämtern entscheidend die Vereinsgeschichte mitgeprägt haben. Der Verein kann heute auf ein eigenes modernes Clubhaus verweisen und darüber hinaus steht die Sporthalle in der Schillerstraße, die aus den freien Turnern hervorgegangen ist, im Eigentum des Vereins.
In sportlicher Hinsicht war in jüngster Vergangenheit das Jahr 1966 am erfolgreichsten, wo man in die 2. Amateurliga aufgestiegen ist. Diese Klasse konnte jedoch nur ein Jahr gehalten werden. Nach dem Abstieg in die A-Klasse ging es für einige Jahre weiter bergab. 1972/73 folgte der Abstieg in die B-Klasse und erst vor zwei Jahren schaffte man wieder den Sprung in die jetzige Kreisliga A. Der Verein besitzt zur Zeit 6 Jugendmannschaften, 2 Seniorenmannschaften und 1 AH-Mannschaft.
Nach dem Ausscheiden von Emil Boes als 1. Vorsitzender im Jahre 1967 übernahm Walter Veith die Führung des Vereins, ehe 1973 Siegfried Müller in diese "Fußstapfen" trat.

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9. Stadtkapelle Heidelsheim
Die Gründung der Stadtkapelle geht in das Jahr 1891 zurück. Die aktive Tätigkeit wurde 1933 wieder eingestellt. Durch die Gründung des Heimatbundes als Arbeitsausschuß für alle Ortsvereine wurde die aktive Tätigkeit der Stadtkapelle am 24. 4.1953 mit 100 Mitgliedern, darunter 30 aktive Musiker wieder ins Leben gerufen.
Die Stadtkapelle ist auch heute noch bestrebt, ihre Mitgliederzahl zu erhöhen. Dies geschieht vor allem durch die ständigen Bemühungen um den Nachwuchs. Schon seit 2 Jahren läuft ein Kurs für "musikalische Früherziehung" in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Heidelsheim, der von 12 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 7 und 11 Jahren besucht wird. Der Lehrgang wird von einer Pädagogin der Schule geleitet, wobei die Stadtkapelle entsprechende Zuschüsse gewährt. Auch nach Abschluß dieses Lehrganges wird den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, ihre Musikalität und ihr Interesse zu fördern und zwar durch den Besuch der Jugendmusikschule in Bruchsal. Auch hier unterstützt die Stadtkapelle finanziell die Schüler und Jugendlichen, wobei auch die entsprechenden Instrumente gestellt werden.
Die Stadtkapelle verzeichnet heute einen Stamm von weit mehr als 200 aktive und passive Mitglieder und hat sich zum Ziel gesetzt, die öffentliche Meinung über die Musikqualität immer mehr zu verbessern, was ihr in den letzten Jahren ohne Zweifel gelungen ist.
Neben dem Ausbildungskurs und der Stammkapelle ist es der Big Band "Saalbachmusikanten" gelungen, als anerkannter Klangkörper für die verschiedensten Veranstaltungen, auch weit über die Ortsgrenzen hinaus, aufzutreten. An der Spitze der Stadtkapelle steht Ernst A. Wulf, der Interessenten für Blasmusik gerne berät.

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10. Stammtisch "Spinnclub"
Der Stammtisch "Spinnclub" kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Bereits im Jahre 1918, nach Beendigung des ersten Weltkrieges wurde dieser Stammtisch ins Leben gerufen. Auf Anregung des zwischenzeitlich verstorbenen "Seniors" Emil Boes, der nach Muster eines Stammtisches der Vorkriegsjahre in Straßburg die Satzungen für die Tischordnung mit allem Drum und Dran ausarbeitete und aufzog, entstand der Stammtisch "Spinnclub". Auch heute noch ist diese Satzung "in Betrieb". Ebenso sind die Tischutensilien und Tischnamen wie Oberspinner (Vorsitzender), Schellenkönig, Blutsauger (Kassier), Klubgeißel (Ankläger bei größeren Tischvergehen) noch erhalten geblieben.
Den traditionellen Higgomarkt am Ostersonntag hat der Spinnclub ebenfalls wieder aus der "Versenkung" geholt. Im vergangenen Jahr feierte man zusammen mit der "Hamburger Zweigstelle" vom HSV, wo man schon Jahrzehnte guten Kontakt pflegt, im Schützenhaus das 60jährige Bestehen. Als Oberspinner fungiert zur Zeit Peter Steiert, Dienstältester Spinner ist Dieter Müller.

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11. Turnverein Heidelsheim
Am 8. Oktober 1899 ging ein sehnlicher Wunsch turnfreudiger Jugend von Heidelsheim in Erfüllung. An diesem Tag wurde der Turnverein gegründet, wobei 27 Personen sofort ihren Beitritt erklärten. Geübt wurde im damaligen "Badischen Hof". Der Verein trat erstmals im September 1900 mit einem Schauturnen und Einzelwettkämpfen an die Öffentlichkeit. Mit dieser Veranstaltung hat der Verein die Zurückhaltung weiter Kreise der Bevölkerung beseitigt und das Vertrauen gewonnen. Damit waren die Gründungsschwierigkeiten überwunden, die Turnerschaft nahm stetig zu. Das Vereinsschauturnen wurde zu einer alljährlichen Einrichtung. Am 2. September 1906 wurde die Turnhalle im Turmweg eingeweiht. Nun ging es für den TV rasch aufwärts. Zum Turnen kam die Leichtathletik dazu, eine Sängerabteilung wurde gegründet und 1911 bildete sich die heute noch bestehende Kegelabteilung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Turnbetrieb erweitert um die Turnerinnenabteilung, der eine Knaben- und Mädchenabteilung und 1934 eine Frauenabteilung folgte. Ebenso wurde ab 1926 auf dem inzwischen gebauten Sportplatz Handball gespielt. In allen Abteilungen zeigte sich reges Leben, was die zahlreichen und auch erfolgreichen Beteiligungen bei den verschiedenen Gau-, Landes- und Deutschen Turnfesten bewiesen.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Turnverein wieder auf breitester Grundlage
aufgebaut. Es kam die Tischtennisabteilung, eine Skiabteilung, eine Schachabteilung und zeitweise eine Handharmonikaabteilung hinzu. Der Übungsbetrieb in dieser Halle, in der auch das Schulturnen durchgeführt wurde, konnte nicht mehr allen Ansprüchen gerecht werden, zumal dort auch die sanitären Räume nicht den Anforderungen entsprachen. Nach verschiedenen Planungen wurde in unmittelbarer Nähe des Heidelsheimer Kraichgaustadions in eigener Arbeit und mit Spenden von Mitgliedern und Gönnern eine Turnhalle mit den erforderlichen Nebenräumen erstellt und im Frühjahr 1973 eingeweiht. Durch die ideale Verbindung mit dem Stadion, mit seinen leichtathletischen Anlagen, nahm auch die Leichtathletik im Verein einen großen Aufschwung, was das in diesem Jahr schon zum 8. Male durchzuführende Nationale Leichtathletik-Herbstsportfest beweist.
Nach dem Motto: "Wer vieles gibt, wird jedem etwas geben" kann heute im Turnverein Sport und Turnen von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter betrieben werden, die verschiedenen Abteilungen von der Kleinkinderabteilung bis zu den Altersturnern, der Kegelabteilung und der Abteilung "Turnen und Gymnastik für Er und Sie" beweisen dies. Daß auch der Wettkampfsport nicht zu kurz kommt, zeigen die Erfolge der Handballabteilung, deren Jugendmannschaften im nordbadischen Raum zu einem Begriff geworden sind.
Die leider durch eine Gasexplosion am 1. März 1978 zerstörte Turnhalle - das Gas strömte von der in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Städt. Sportund Schwimmhalle aus - wurde nach dem Wiederaufbau mit dem Gaukinderturnfest am 10. Juni 1979 wieder in Betrieb genommen. Erfreulicherweise waren bei der Explosion keine Menschenleben zu beklagen, da die an diesem Abend in der Turnhalle übenden Tischtennisspieler die Halle wenige Minuten vorher verließen.
Die stete gesunde Entwicklung des TV mit den Erfolgen nach innen und außen sind vor allem das Verdienst der Männer und Frauen, die in uneigennütziger Weise die Geschicke des Vereins geleitet haben und noch leiten, sowie ihre Zeit und Arbeitskraft als Übungsleiter in den Dienst der guten Sache stellen. Schon über viele Jahre hinweg fungiert Herbert Durst als 1. Vorsitzender.

S. M.

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