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“En Heidelser schafft in Brusl”

Ortsnamen und anderes im Alltagsdialekt unserer Heimat

Der Kraichgauer Bruhrainer oder der Dialekt der Hardtbewohner ist ein Mischmasch aus allemannisch, schwäbisch und pfälzisch. Wenn die Bewohner von Nordbaden nördlich der Mainlinie auftauchen, werden sie in der Regel für Schwaben gehalten. Sprachkenner dagegen können jedoch erkennen, aus welcher Ortschaft der eine oder andere kommt.

Wir wissen alle, daß ein Kronauer aus ”Krunä” kommt und einer aus Hambrücken nicht heimgeht, sondern ”ham”, der Ubstadter aber geht vom Bohof aus hom. In Philippsburg gibt es ”zwei Männer”, "zwei Fraue" und ”zwei Kinner”. Wenn es woanders, hagelt, ”schlost” es in Forst und man ißt dort keine Stachelbeeren, sondern ”Grusselbärä” und ” 's Gaile spannt man vors Wäggele”, auch kauft man keine ”Kuh mitsamt em Kälwl”.

Ein Heidelsheimer stammt aus ”Heidelse” ünd schafft in ”Brusl”. Wer einmal nach Untergrombach gezogen ist, fühlt sich bald in ”Grobach” wohl und will nie mehr weg. Hat einer Rheumatismus, fährt er nach Mengelsä ins Bad und holt sich auf dem Heimweg in ”Uneroisä” ”Kerschdä”. Der Feinschmecker weiß, daß es in ”Grawä” oder “Wissädal” gute Spargel gibt. Ein Kerrlocher fährt nach “Monnäm” in die “Fawerik” oder am Sonntagnachmittag nach ”Woghaisl” zur Andacht.

Bei der Aussprache der Ortsnamen ist eine genaue Gesetzmäßigkeit festzustellen: Helmsheim - Helmse, Heidelsheim - Heidelse, Odenheim - Odene, Menzingen -Menzinge. Auch wenn sich viele ”Zugreiste” über die ihnen unverständliche Sprache mokieren, sollte sie doch nicht in Vergessenheit geraten: Sie ist aus der Landschaft und ihrer Geschichte entstanden.

aus BNN vom 17.5.1999