Zeittafel 2 der Heidelsheimer Geschichte

(Aus FESTSCHRIFT zu den 5. Heidelsheimer Heimattagen vom 7. - 9. Juli 1979)

Teil 2:  von 1945 - 1979
 

1941 - 1942

1945




























1946











1946












1946 -1947


1947

1947 - 1948
1948















1949






1950
1951










1952











1953



















1953





1954














1955








1956















1957 - 1959

1957





1958





1959























1960





1960











1961







1962




1962 - 1973












1962


1963




1964


1965










1965

1966









1967

1967



1968



1969



1970




















1971












1971















1972

































1973











1973





















1973 -1977

1974

















1974

















1975





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1977


1977







































1978





1978
















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1979


















1979















 

Rodung und Anlage der Gemeinschaftsrebanlage "Altenberg". 12 Hektar
werden mit Ruländerreben bepflanzt.
Anfang 1945 überschlagen sich die Ereignisse. Nach der fast völligen Zer-
störung Bruchsals am 1. 3. 1945 flüchten viele Bruchsaler nach Heidels-
heim.
1. 4. 1945: Bürgermeister Jäger verläßt mit 40 Mann vom Volkssturm die
Gemeinde zu einem aussichtslosen Kampf.
3. 4. 1945: Nach einstündigem Artilleriefeuer auf Malzfabrik, Friedhof, Häu-
ser an der Brettener Straße und Talstraße rücken die ersten Panzer von
Bruchsal kommend in Heidelsheim ein.
Bei einem kurzen Straßenkampf fallen 13 deutsche Soldaten. Sie sind
beim Ehrenmal auf dem Friedhof bestattet. 8 Heidelsheimer, zwei Erwach-
sene und sechs Kinder - kommen im Kampfgewirr um.
4. 4. 1945: Um 16.30 Uhr ist die Besetzung abgeschlossen. Französische
Truppen - hauptsächlich Marokkaner - mißhandeln die Bevölkerung,
vergewaltigen Frauen und plündern.
5. 4. 1945: Ludwig Doll sen. wird von den Franzosen als Bürgermeister
eingesetzt.
Ende Mai: wird im Segelfliegerlager auf der Großhohl ein Sammellager für
Russen, die zuvor bei Bauern in Heidelsheim, Helmsheim, Obergrombach
und Untergrombach arbeitsverpflichtet waren, eingerichtet. Ca. 200 russi-
sche Männer und Frauen mußten von ihren ehemaligen Einsatzorten ver-
pflegt werden. Übergriffe der Lagerinsassen gegen die deutsche Bevöl-
kerung waren keine Seltenheit.
12. Juli: Die Lage beruhigt sich. Heidelsheim kommt zur amerikanischen
Besatzungszone. Wesentliche Erleichterungen treten ein. Das russische
Sammellager wird aufgelöst.
8. August: Karl Schwedes IV wird von den Amerikanern als Bürgermeister
eingesetzt. Der vorläufige, 1945 gebildete Gemeinderat setzt sich aus
Mitgliedern der SPD, CDU und KPD zusammen. Geordnete Verhältnisse
ziehen ein.
130 Heimatvertriebene aus Ungarn, Jugoslawien und dem Sudetenland
finden Aufnahme. Die Einwohnerzahl steigt zusätzlich durch Evakuierte
aus den Städten, insbesondere auch aus Bruchsal auf 3037 (1349 männ-
lich, 1688 weiblich) an.
Lebensmittel und Brennholz müssen für die frierende und hungernde Be-
völkerung in den Städten zur Verfügung gestellt werden. Allein Mannheim
erhält 2500 Ster Brennholz.
17. 1. 1946: Erste freie Wahl nach 13 Jahren.
Mit über 90 %iger Wahlbeteiligung wird der Gemeinderat gewählt. Ergeb-
nis: 5 CDU- und 3 SPD-Gemeinderäte. Die KPD erhält kein Mandat.
Karl Schwedes IV wird vom Gemeinderat auf 2 Jahre in seinem Amt be-
stätigt.
September: Als wahren Segen Gottes gibt es eine überreichliche Buch-
eckernernte. Männer, Frauen und Kinder lesen täglich bis zu 10 Zentner
von den "Ölfrüchten". Die Fettversorgung für den Winter 1946/47 ist ge-
sichert.
Die alten Vereine sammeln sich, neue werden gegründet. Fußballclub und
Freie Turner vereinigen sich zur SpVgg. FC 07 Heidelsheim. Die Männer-
gesangsvereine zum späteren Sängerbund-Liederkranz.
25. November: Wahl der Abgeordneten für den Landtag von Württemberg-
Baden und Abstimmung über die neue Landesverfassung. Wahlbeteili-
gung 70 %. Für die Verfassung votierten 735 Heidelsheimer, 51 lehnten
die Verfassung ab. 369 Stimmzettel waren ungültig. Die Parteien erhielten
folgende Stimmen: CDU 414, FDP 137, SPD 419, KPD 54, 131 Stimmzettel
waren ungültig.
Dem sehr kalten Winter folgt ein extrem heißer Sommer. Wegen Futter-
mangel muß Vieh notgeschlachtet werden. Stromsperre und Wasserratio-
nierungen sind die Folgen der Trockenheit.
Die VdK-Ortsgruppe hat rund 200 Kriegsopfer zu betreuen. Die Kirchen-
chöre erhalten frische Impulse und pflegen die Kirchen- und Volksmusik.
Der Winter ist sehr mild und regenreich. Das Grundwasser steigt wieder.
1. Februar: Bei 84 % iger Wahlbeteiligung wird Bürgermeister K. Schwe-
des IV gegen zwei Mitkonkurrenten mit großer Mehrheit in seinem Amt
bestätigt.
20. Juni: Währungsreform. 179 000 Reichsmark werden gegen 129 000 DM
umgetauscht. Das Kopfgeld pro Person beträgt 40,- DM.
5. Dezember: Der "Dom des Kraichgaus" erhält 3 neue Glocken. Sie wer-
den von der gesamten Gemeinde mit Freuden begrüßt. Die schwerste
Glocke wiegt 16 Zentner und hat die Inschrift: "Ich bin der Erste und der
Letzte und der Lebendige". Die Betglocke mit 11 1/2 Zentnern hat Dürers
Symbol, die betenden Hände, und die Inschrift: "Haltet an am Gebet". Die
dritte Glocke wiegt 8 Zentner. Sie ist die Tauf- und Unser-Vater-Glocke
mit dem Taufsymbol und der Inschrift: "Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit". Die älteste, der evangelischen Kirche
über beide Weltkriege verbliebene Glocke ist zugleich mit 32 Zentnern
am schwersten. Sie vervollkommnet das Glockengeläut des "Dom vom
Kraichgau".
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. Das ehemalige
Fliegergelände wird wieder aufgeforstet. Ortsstraßen, Feldwege und Was-
serversorgung werden verbessert. Die Malzfabrik baut umfangreiche Silo-
anlage. Posaunenchor wird gegründet. Erster Dirigent ist Malermeister
Karl Herrle.
31. Dezember: Großer Scheunen- und Wohnhausbrand in der Hofferich
(Haus Kranich).
Die Leichenhalle wird eingeweiht.
28. Januar: Ergebnis der Gemeinderatswahl (GR-Wahl) CDU 2334 Stim-
men (2 Sitze), SPD 2352 Stimmen (2 Sitze), FWV 1595 (1 Sitz), KPD 688
(keinen Sitz), JU 995 (1 Sitz).
Der ständig wachsende Durchgangsverkehr auf der B 35 in Heidelsheim
bedingt den Bau einer Umgehungsstraße. Flächenbedarf 6,5 ha. Zahl-
reiche Äcker werden getrennt. Auf der Gesamtgemarkung gibt es 1153 ha
Ackergelände, das in 9903 Parzellen aufgeteilt ist. 769 ha werden von 133
selbständigen Landwirten bewirtschaftet. Nach z. T. heftigen Aufklärungs-
und Bürgerversammlungen lehnt der Gemeinderat sowohl die beabsich-
tigte Gesamtflurbereinigung als auch die kostengünstige Teilbereinigung
im Zuge des Umgehungsstraßenbaus ab.
21. - 23. Juni: 2. Heidelsheimer Heimattest aus Anlaß der Wiederverlei-
hung des Stadttitels durch die Staatsregierung Württemberg-Baden am
12. März 1952. Die Stadtrechtsurkunde überreicht der Präsident des Lan-
desbezirks Nordbaden, Wirtschaftsminister Veith, am Ehrenabend persön-
lich. Anwesend ist auch Innenminister Renner, der als Sohn des evang.
Stadtpfarrers Renner seine Jugendzeit in Heidelsheim verbracht hat. Die
Festansprache hält vor zahlreichen weiteren Gästen sowie Heidelshei-
mern aus nah und fern, auch von Übersee, Heimatforscher Rektor Otto
Härdle. Der historische Festzug und ein großes Feuerwerk finden viel
Gefallen.
17 Neubauwohnungen können bezogen werden und lindern die Wohn-
raumnot.
Gründung des Heimatbundes Heidelsheim.
Reithalle beim Sportplatz wird in Betrieb genommen.
Gründung der Heidelsheimer Handwerks- und Gewerbevereinigung.
Der wiedergegründete Musikverein wird von der Stadt unter der Bedin-
gung bezuschußt, daß der Verein den Namen "Stadtkapelle Heidelsheim"
führt.
OKW weiht die neue Steineinfassung des Hungerbrünnleins an der Münch-
berghohl ein.
Der Brunnen bei der Bäckerei Amend erhält den Namen Bruchsalertor-
brunnen. Der Brunnen bei der Jahnlinde in der Gochsheimer Straße wird
Wendeltorbrunnen genannt.
7. Oktober: Innerhalb eines Festaktes würdigt die Stadt unter Mitwirkung
des Heimatbundes, der Stadtkapelle und des Männergesangvereins die
Fertigstellung der Umgehungsstraße B 35. Zuvor kam es zu schweren
Unfällen. Die 1,9 km lange Umgehungsstraße kostet 1,5 Mio DM. Zwei
Brücken wurden gebaut und 100 000 Kubikmeter Erde bewegt. Auf Be-
schluß des Gemeinderats erhalten die ca. 100 Behördenvertreter und Mit-
arbeiter der Baufirmen je eine Flasche Wein, allerdings "unter der Bedin-
gung, daß die Feldwege im Anschlußbereich an die B 35 nach den Wün-
schen der Stadt ausgebaut werden".
15. November: Die GR-Wahl bringt folgendes Ergebnis: SPD 2248 Stim-
men (2 Sitze), CDU 2208 Stimmen (1), FWV 1453 (1), CDU-Junge Union
1115 (1), GWV 1352 (1).
1. Advent: Albert Goll kehrt nach 10jähriger russischer Gefangenschaft in
die Heimat zurück. Girlanden, Blumen und Fahnen schmücken den Weg
des Heimkehrers, der von zahlreichen Mitbürgern herzlich begrüßt wird.
Albert Jäger - bereits von 1929 bis 1945 Bürgermeister, wird erneut für
die Dauer von 8 Jahren zum Bürgermeister gewählt und löst Karl Schwe-
des IV ab.
Nach über 40 Jahren Schuldienst wird Rektor Weber im April in den Ruhe-
stand versetzt. Nachfolger an der Volksschule Heidelsheim wird August
Ockert.
22. Mai: Der erste elektrisch betriebene Zug fährt auf der Bahnstrecke
Bruchsal - Bretten durch Heidelsheim.
Weitere Innerortsstraßen werden kanalisiert und mit Teer befestigt.
Beginn der Bebauung des Hühnerbergs.
Im Distrikt III/6 wird die städt. Waldhütte gebaut. Amerikanische Soldaten
setzen Waldwege instand.
Der unbare Zahlungsverkehr hält Einzug. Die Stadt eröffnet bei der Spar-
und Darlehnskasse ein Bankkonto.
Beim Katzengraben soll Sportplatz gebaut werden.
Die Ortsrufanlage wird in Betrieb genommen. Baukosten 35000,- DM.
Ratsdiener Ziegler ruft am 18. 5. 1955 mit der Ortsschelle die letzten amt-
lichen Bekanntmachungen aus.
Das Baugebiet "Vordere Au" wird erweitert.
Die Feuerwehr wird mit einer Tragkraftspritze und Transportwagen aus-
gerüstet.
Die Kastanien auf dem Marktplatz werden wesentlich verjüngt.
28. November: Großer Scheunenbrand in der Brettener Straße (Haus
Pfeifer).
Heidelsheim erhält neues Stadtsiegel.
Lichtspieltheater Steiert/Trautwein wird in der Mühlgasse gebaut und löst
die früheren Provisorien im Grünen Hof und in der Sporthalle ab.
Zur Sicherung der Wasserversorgung werden im Gewann "Augärten" bis
zu 50 m tiefe Brunnen gebohrt. Das Wasser ist stark eisenhaltig.
53 Wald- und 7 Gemarkungsgrenzsteine werden zur Bereinigung von
Grenzmängeln beschafft und aufgestellt.
Im Gebiet "Alter Graben", an der Bruchsaler-, Münchberg- und Heidolf-
straße entstehen neue Häuser.
Der Diebsturm wird renoviert.
26. August: Karl-Friedrich Hiby-Durst, Senior-Chef der Malzfabrik, wird
60 Jahre. Die gesamte Bevölkerung ist auf dem Marktplatz zu Freibier
eingeladen. Es wurde ein großes Fest.
Bei der GR-Wahl am 12. November 1956 erhalten die Parteien folgende
Stimmen und Sitze: CDU 2310 Stimmen (2 Sitze), SPD 2215 (1), FWV 1326
(1), Gewerbevereinigung 1263 (1).
Nachfolger des langjährigen kath. Stadtpfarrers Wilhelm Schmitt wird
Pfarrer Josef Sturm.
Zur teilweisen Finanzierung der Wasserversorgungsinvestitionen werden
500 fm Holz eingeschlagen.
Gründung des Handharmonika-Spielrings.
Wegen Bau und Betrieb eines gemeinsamen Freibads beim Schwallen-
brunnen wird mit der Stadt Bruchsal Kontakt aufgenommen.
Das Feuerwehrgerätehaus erhält neues Dach.
OKW nimmt neues Vereinsheim beim Dattenberg in Betrieb.
Stammtisch Spinnclub führt den Higgomarkt als alten Heidelsheimer
Osterbrauch wieder ein.
Bad. Fußballverband drängt auf Herrichtung des alten bzw. Bau eines
neuen Sportplatzes.
Außerordentlicher Holzhieb von 500 fm für Ausbau von Waldwegen.
bis 1999. Paul Kallenbach ist kath. Pfarrer und tritt die Nachfolge von
Pfarrer Josef Sturm an, der Heidelsheim verläßt.
11. Januar: Sieben Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Al-
bert Jäger. Herbert Doll wird mit großer Mehrheit im ersten Wahlgang zum
Bürgermeister gewählt.
Baugebiet Obelter wird erschlossen.
Amerikanische Einheiten planieren 40 km Waldwege und Wege im Wein-
berggelände Altenberg.
Neue Friedhofsmauer wird errichtet, das Ehrenmal instandgesetzt und der
Ehrenplatz verschönt.
Stadt gewährt 50,- DM bei Entfernung von Dungplätzen an öffentlichen
Straßen, Wegen und Plätzen.
Bau der Eisenbahnüberführung Altenbergstraße und Schließung der ni-
veaugleichen Bahnübergänge zum Gänsgarten und bei der Hofferich-Hohle.
Die "Laida-Buba" gehören der Vergangenheit an. Die Glocken der evang.
Kirche werden elektrisch geläutet.
Kleintierzüchterverein und Hundesportverein stellen ihre Vereinsheime
bei den Lindenbäumen fertig.
Innenminister Renner in Heidelsheim. Seine Landsleute bereiten ihm einen
herzlichen Empfang.
Beitritt zum Rat der Gemeinden Europas.
Großer Wassermangel durch heißen und regenarmen Sommer.
8. November: Ergebnis der GR-Wahl: CDU 2859 Stimmen (2 Sitze), SPD
2452 (2), FWV 1116 (1), Gewerbevereinigung 1017 (0).
1. April: Die Müllabfuhr wird eingeführt.
Ostern 1960: Das Heimatbuch "Heidelsheim, Geschichte und Bild der
ehemaligen Reichsstadt" von Otto Härdle wird herausgegeben.
25. Juni: Nach einstimmigen Beschluß verleiht der Gemeinderat an Hei-
matforscher Rektor Otto Härdle dis Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt.
Diese Auszeichnung hatte zuvor in Heidelsheim noch niemand erfahren.
Georg Friedrich aus Dürrn wird Rektor in Heidelsheim. Rektor August
Ockert tritt in den Ruhestand.
Kinderspielplatz an der Zehntgasse fertiggestellt.
Erste Bebauung im Haag und an der Altenbergstraße. Nach den Bauge-
bieten Obelter und Vordere Au entwickelt sich ein weiteres größeres Bau-
gebiet.
Der Tiefbrunnen in der Au schüttet über 11 I/sec. Trinkwasser und damit
zweieinhalbmal mehr als die oberirdischen Quellen mit 4,5 l/sec.
November: Heidelsheim hat 2935 Einwohner (1371 männlich, 1564 weib-
lich). 2240 sind evangelisch, 656 katholisch, sonstige 40.
Es gibt noch 80 hauptberufliche Landwirte. Von den 1100 Arbeitnehmern
müssen 800 in die umliegenden Städte pendeln.
Zwei neue Tiefbrunnen mit 600 mm Durchmesser werden in der Vorderen
Au gebohrt.
Über die Bautätigkeit von 1949 bis 1960 gibt eine Statistik Aufschluß. Es
wurden 127 Neubauten errichtet, 32 Aufstockungen und 10 Umbauten
durchgeführt. 229 Altbauwohnungen erhielten neuen Wohnkomfort.
"Dom des Kraichgaus" wird umfassend renoviert. In der Sporthalle des
FC 07 finden die Gottesdienste der evang. Kirche statt.
Im Wald werden 4000 fm Holz eingeschlagen.
7. - 9. Juli: 3. Heidelsheimer Heimatfest aus Anlaß des 500jährigen Jubi-
läums der siegreichen Überwindung der Stadtbelagerung im Jahre 1462.
Ein dazu von Ehrenbürger Otto Härdle verfaßtes Volksstück wird aufge-
führt. Der Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr erhält historische Lands-
knechtuniformen in den Stadtfarben schwarz-gelb.
Auf der Gesamtgemarkung wird die Flurbereinigung durchgeführt. 40 ha
Obstanlagen (Äpfel, Kirschen, Beeren) mit einem Wirtschaftsgebäude wer-
den angelegt. 51 ha Weinberge im Gekelter, Nottenberg, Stalzbach und
Altenberg werden angepflanzt. 8 Aussiedlerhöfe werden erstellt (3 beim
Hohberg, 4 am Weitenberg und einer in der Staig). Das Feldwegenetz
wird auf einer Länge von 72 km mit Makadam befestigt. Quellen werden
gefaßt und 15 km Wassergräben reguliert. Das zuvor in ca. 11 000 Par-
zellen aufgeteilte Grundeigentum wird zusammengelegt und wirtschaft-
licher nutzbar. Die Terrassenlandschaft verschwindet, Hohlwege werden
zugeschüttet. Viele Obstbäume werden gefällt, neue gepflanzt. 4 Denk-
mäler: Ähren am Weitenberg, Feldkreuz am Unteren Gekelter, Vermes-
sungsstab im Gewann Lindenbäume und Sonnenuhr beim OKW-Gelände
erinnern an die vielfältigen Maßnahmen.
4. November: Ergebnis der GR-Wahl: CDU 2376 Stimmen (2 Sitze), SPD
2503 (2), Gewerbevereinigung/WV 1621 (1), Haus- und Grundbesitzer 848
(0).
Stadt gibt bekannt, daß sich auch Bürgerstöchter zur Aufnahme in den
Bürgernutzen melden können. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 186 Alt- und
352 Jungbürger.
Feuerwehr erhält neues Löschfahrzeug.
Auf dem Kirchturm und dem Stadttor installiert die Stadt neue Uhren.
Neugestaltung der Postschalterräume. Zeitung berichtet: Modernstes Post-
amt im Landkreis.
Fertigstellung der Schulhauserweiterung mit 4 Klassenräumen.
Haushalt der Stadt hat ein Volumen von 1,42 Mio DM. Kanalisation, Was-
serversorgung und Sportplatzbau sind die kostenintensivsten Maßnahmen.
Mai 1965: Heidelsheim hat 2997 Einwohner. Mit Überschreitung der 3000
Einwohnergrenze kann der Bürgernutzen aufgrund landesgesetzlicher
Regelung nicht mehr neu erworben werden.
334 Heidelsheimer arbeiten am Ort, 729 pendeln in die umliegenden
Städte. Die Zahl der hauptamtlichen Landwirte geht auf 20 zurück.
Betonwege zum Altenberg und zur Obstanlage werden fertiggestellt.
Ergebnis der Viehzählung:
40 Pferde, 417 Rinder, 414 Schweine, 152 Bienenvölker, 3516 Hühner, 11
Gänse, 24 Enten, 4 Truthühner.
7. November; Ergebnis der GR-Wahl: CDU 2184 Stimmen (2 Sitze), SPD
3042 (2), Gewerbevereinigung/FWV 1818 (1).
Eine schulische Zusammenarbeit mit Helmsheim, vom Kreisschulamt vor-
geschlagen, wird auf entsprechenden Antrag des Elternbeirats vom Ge-
meinderat abgelehnt.
Bürgermeister Doll ohne Gegenkandidat für weitere 12 Jahre in seinem
Amt bestätigt.
Der Wasserhochbehälter mit 600 Kubikmeter Fassungsvermögen auf dem
Altenberg wird fertiggestellt.
Die Haushaltslage ist angespannt, Finanzzuweisungen des Landes wer-
den gekürzt, die Kreisumlage erhöht.
Neuapostolische Kirche im Baugebiet "Ost" eingeweiht.
Übergabe des Stadions bei der unteren Mühle (Bauzeit 1964 - 1966) an
Sportvereine, Jugend und Schule gleichzeitig.
Einweihung des FC-Klubhauses beim Stadion.
Erstmals Stadtranderholung der evang. Landeskirche auf dem OWK-Ge-
lände beim Dattenberg.
Fischerverein wird gegründet.
Kinderspielplatz im Baugebiet "Ost" am Römerplatz fertiggestellt.
Verdolung Stalzbach.
20. Oktober: Ergebnis der Gemeinderatswahl:
SPD 2601 Stimmen (2 Sitze), CDU 4081 (3).
Malzfabrik errichtet weiteres Silo-Gebäude entlang dem Friedhof.
Stadt gibt Vatertierhaltung auf.
Brieftaubenverein und DRK erstellen eigenes Vereinsheim.
5272 fm Holzeinschlag bringt 100 000,- DM Reinerlös.
Marktplatz erhält zum Heimatfest Teerbelag.
Konrektor und Gemeinderat Herbert Gantner wird Rektor der Grund- und
Hauptschule.
Für die Wiederherstellung des Landes Baden stimmen beim Volksent-
scheid am 7. Juni 134 Heidelsheimer. Für die Beibehaltung des Landes
Baden-Württemberg sprachen sich 1371 Bürger aus.
Innenausbau und Einrichtung des Heimatmuseums im Stadttor.
Mehrere starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen. Bachbett wird
ausgebaggert.
Stadt hat einen Gesamthaushalt von 2,7 Mio DM. Die Pro-Kopf-Verschul-
dung beträgt 350,- DM.
Es werden 6930 fm Holz eingeschlagen.
Einweihung des DRK-Vereinsheimes beim Stadion.
22. - 25. Mai: 1200 Jahre Heidelsheim. Große Festveranstaltungen, Er-
öffnung des Heimatmuseums im Stadttor, Herausgabe der Festschrift mit
Geschichtsdaten Heidelsheim. Zum Höhepunkt wird der große historische
Festzug. Annähernd 20 000 Besucher aus nah und fern säumen bei strah-
lendem Sonnenschein die festlich geschmückten Straßen. Ein großes Ge-
meinschaftswerk der gesamten Bürgerschaft war zur Zufriedenheit aller
gelungen. Kirchturm und Stadttor werden nachts angestrahlt.
Neue Produktionsstätten der Malzfabrik an der Sennigstraße.
Das Kruzifix auf dem Marktplatz wird durch einen Sturm umgeworfen und
zerstört. Der Kreuzsockel wird 1976 entfernt. Eine Restaurierung des im
Eigentum der kath. Kirchengemeinde stehenden Kreuzes scheitert vor-
läufig an den Kosten.
Das neue Bankgebäude der Raiffeisenbank wird fertiggestellt. Mit seinen
zwei hohen Giebeln fügt es sich hervorragend in die historische Bausub-
stanz am Marktplatz ein.
Der Flächennutzungsplan wird vom Reg.-Präsidium genehmigt und damit
die Grundlage für die Weiterentwicklung von Heidelsheim geschaffen.
24. 5. 1971: Beitritt zum Abwasserverband Weißach und oberes Saalbach-
tal.
Helmsheim erhält Trinkwasser aus den Tiefbrunnen. Ein Wasserversor-
gungsverband zwischen beiden Kommunen entsteht.
Nebenerwerbsgebiet "Sennig" wird erschlossen. Vier Siedlerstellen wer-
den erbaut.
Waldspielplatz "Tanzplatte" fertiggestellt.
Landesregierung beschließt Eingliederung von Heidelsheim und Helms-
heim nach Bruchsal.
19. 9. 1971: Volksabstimmung zur Auflösung des Landtags Baden-Würt-
temberg: 364 ja, 152 sind gegen die Auflösung.
Grillplatz und Schutzhütte auf der Waldwiese beim Astberg fertiggestellt.
Schlagzeilen macht die beabsichtigte Neugestaltung des Marktplatzes.
Gegen die Verlegung der diagonalen Straßenführung mit Abbruch des
Marktbrunnens spricht sich die "Aktionsgemeinschaft zur Erhaltung des
historischen Marktplatzes" aus und wird von 1475 Bürgerinnen und Bür-
gern unterstützt, die sich in Unterschriftslisten eintragen. Gemeinderat
und Reg.-Präsidium respektieren diesen "Bürgerentscheid".
24. Oktober: Ergebnisse der GR-Wahlen: SPD 6530 Stimmen (4 Sitze),
Gewerbevereinigung 1644 (1), CDU 3473 (2).
11. Januar: Heidelsheimer und Helmsheimer Gemeinderat beraten ge-
meinsam über die Möglichkeiten einer Fusion beider Gemeinden, um eine
Eingliederung nach Bruchsal zu verhindern. Dieses Gespräch scheitert
genauso wie bereits vorangegangene Gespräche über die Bildung einer
Saalbachtalgemeinde bzw. einer Verwaltungsgemeinschaft mit Heidelsheim,
Gondelsheim, Helmsheim und Obergrombach. Wie bereits zuvor Ober-
grombach zum 1. 7. 1971, vereinbart auch Helmsheim die freiwillige Ein-
gliederung nach Bruchsal zum 1. 7. 1972. Allein die Heidelsheimer Bürger-
schaft und der Gemeinderat kämpfen weiter um die Erhaltung der Selb-
ständigkeit.
Mit dem Abschluß der Flurbereinigung wird nach Jahren wieder die Er-
schließung neuer Baugebiete in den Augärten, der Furt, im Hühnerberg
und Winterberg möglich. Bebaut wird auch das Nebenerwerbsgebiet Sen-
nig. 415 neue Bauplätze stehen zur Verfügung.
Nach Abbruch des Hauses Bahnhofstraße 8 (Merianstraße) wird die Stadt-
mauer beim Stadttor sichtbar und Raum für einen Fußgängerdurchlaß
geschaffen. Beim Rathaus werden die Häuser an der Wettgasse, unter
anderem der Hummelstall, abgebrochen. Es entsteht ein größerer Platz,
der vom Kuchenmannhaus, Rathaus und Kirche geprägt wird.
Durch Erlaß von Bebauungsplänen wird im Neuenberg-Dattenberg, Hoh-
berg, Sonnenberg und Münchberg die Erstellung von Gartenhäusern er-
möglicht.
Sporthallen- und Hallenbadplanung wird trotz fortgeschrittenem Planungs-
stadium wegen zu hoher Kosten aufgegeben.
Katzenturm erhält neue Eindeckung. Der Heidelsheimer Schmiedemeister
Heinz Zimmermann schmiedete die neue Turmfahne. Rathaus wird reno-
viert.
Die Erstellung und Unterhaltung eines gemeinsamen Sportzentrums zwi-
schen Heidelsheim und Helmsheim im Rahmen eines Zweckverbandes
scheitert an der Stadt Bruchsal.
Die Geräte- und Arbeitshütte bei der Waldpflanzenschule wird erweitert.
Auf einstimmigen Beschluß überträgt der GR dem ev. Stadtpfarrer Ludwig
Ochs für seine verdienstvolle 40jährige Tätigkeit als Seelsorger und Er-
zieher in Heidelsheim das Ehrenbürgerrecht der Stadt Heidelsheim.
Für den Bau der Großkläranlage werden im Gewann Braunwiesen 3 ha
Pappeln ausgestockt. Der Holzerlös verbleibt der Stadt. Das Gelände
wird für 20,- DM/qm an den Abwasserverband veräußert und dient als
Finanzierungsanteil für das Sportzentrum.
G.R. lehnt Ausweisung des Dattenberg als Baugelände (Waldsiedlung) ab.
Trimm-Dich-Pfad im Altenbergteich wird angelegt.
Turnhalle des TV 1899 beim Stadion wird eingeweiht.
Landesregierung beschließt die Eingliederung Heidelsheims nach Bruch-
sal. Bei Gesprächen im Landtag wird von Regierungsmitgliedern und Ab-
geordneten darauf hingewiesen, daß die bereits vollzogene Eingliederung
Helmsheims nach Bruchsal eine wesentliche Vorentscheidung gegen die
Erhaltung der Selbständigkeit Heidelsheims darstellt.
Der Bau des größten Einzel-Bauvorhabens der Stadt, Sportzentrum mit
Sporthalle 21 x45 m, Schwimmhalle 10X162/3 m mit Planschbecken, Frei-
bad 20x25 m einschließlich Schwimmkanal wird zum Festpreis von 4,1
Mio DM vergeben.
GR beschließt, daß Heidelsheimer Anschlußnehmer an die Kläranlage des
Abwasserverbands keine Klärbeiträge zu zahlen haben.
Es werden 5100 fm Holz eingeschlagen.
Das Haushaltsvolumen steigt auf 9 Mio DM an (Rekordhaushalt). Die
größten Ausgabepositionen sind das Sportzentrum, die Baulanderschlie-
ßungen, der Kostenanteil an den Abwasserverband und der weitere Aus-
bau von Innerortsstraßen sowie die Flurbereinigungskosten.
Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 997,- DM an.
Das Flurbereinigungsverfahren wird rechtskräftig.
Das "Hofwäldle" wird gegen den Widerstand der Stadt enteignet und geht
als Standortübungsgelände in das Eigentum der Bundeswehr über.
Der Mühlkanal der Unteren Mühle (Wachter) wird gegen Entschädigung
des Wasserrechts aufgegeben.
Bürgerschaft und Gemeinderat wehren sich nachhaltig gegen den Bau der
Schnellbahntrasse.
Pfarrer Hch. Dilk wird evang. Stadtpfarrer von Heidelsheim.
Beim Stadttor wird ein Fußgängerdurchlaß geschaffen und ein Teil der
Stadtmauer restauriert.
Zehntgasse, Törlesstraße, Reitschulweg, Judengasse, Brettener Straße,
Markgrafen- und Merianstraße werden völlig neu ausgebaut.
Auch Heidelsheim kann sich dem Räderwerk der Gemeindereform nicht
entziehen. Einer gesetzlichen Zwangseingliederung zum 1. 1. 1975 nach
Bruchsal kommt der Gemeinderat durch Aushandlung eines zukunfts-
sichernden Vertrags mit der Stadt Bruchsal, der zahlreiche Hoch- und
Tiefbaumaßnahmen zum Inhalt hat, zuvor. Schon vorher wurden zahl-
reiche Maßnahmen durchgeführt wie z. B. Bau des Sportzentrums und
Ausbau der Innerortsstraßen im Zuge von Kanalisationsmaßnahmen.
Das Verhandlungsergebnis findet dennoch keine Zustimmung bei der
Bürgerschaft. Bei einer Abstimmungsbeteiligung am 13. 1. 1974 von nur
44,97 % sprechen sich 342 Heidelsheimer für und 656 gegen eine Ein-
gliederung nach Bruchsal aus.
Die schweigende Mehrheit von 1239 Stimmberechtigten ging nicht zur
Abstimmung.
Aufstellung des Bebauungsplans "Sondergebiet Vereinsgelände".
Dem Ausbau der OD L 618 müssen die Gebäude des Gasthauses zum
"Grünen Hof" weichen.
Evang. Kirchengemeinde weiht Kindergarten für 120 Kinder und Gemein-
dezentrum beim Katzenturm ein.
Bebauungsplan Sondergebiet "SB-Warenhaus" beim Herzl wird als Sat-
zung beschlossen.
27.-29. September: Das größte Bauvorhaben der Stadt Heidelsheim,
die Sport- und Schwimmhalle beim Sportzentrum wird eingeweiht.
30. September: Letzte Sitzung des Heidelsheimer Gemeinderats. Bürger-
meister Herbert Doll legt einen Rechenschaftsbericht über seine 16jährige
Amtszeit ab. Als letzter Bürgermeister von Heidelsheim schließt er seine
Ausführungen mit den Worten:
"Hoffen wir, daß die Gesamtstadt Bruchsal zum Wohle aller Bürger im
Geiste der Gleichberechtigung und des Fortschritts arbeitet und die ver-
traglichen Bedingungen einhalten und erfüllen kann. Blicken wir ver-
trauensvoll in die Zukunft! Daß diese Zukunft glücklich und segensreich
sein möge wünsche ich der Gesamtstadt und allen ihren Einwohnern."
"Suchet der Stadt Bestes."
1. Oktober: Heidelsheim wird Stadtteil von Bruchsal und hat an diesem
Tag 3240 Einwohner. Der bisherige Gemeinderat nimmt die Aufgaben als
Ortschaftsrat wahr. Hauptamtlicher Ortsvorsteher als ehemaliger Bürger-
meister ist Herbert Doll.
20. April: Ergebnis der Ortschaftsratswahl:
CDU 6230 Stimmen (4 Sitze), SPD 9573 (6), FWV 3395 (2).
Auf einstimmigen Vorschlag des Ortschaftsrats wird Paul Metzger (SPD)
vom Gemeinderat zum ersten ehrenamtlichen Ortsvorsteher von Heidels-
heim bestellt. Stellvertreter wird Gerhard Kling (CDU). Nach der Wahl
erklärt Ortsvorsteher Metzger: "Aufgabe des Ortschaftsrats ist es, den
Charakter der ehemaligen Stadt Heidelsheim zu bewahren, das örtliche
Brauchtum zu erhalten und als Vertretung der Bürgerschaft die Interessen
Heidelsheims gegenüber der Stadt Bruchsal zu vertreten.
Die Kastanien auf dem Marktplatz werden wegen Ausbau der Ortsdurch-
fahrt gefällt.
Ortschaftsrat gibt umfangreiche Stellungnahme zur Schnellbahntrasse ab
und fordert Tunnel im Großen Wald.
Abhaltung von regelmäßigen Heimattagen wird angeregt.
Beim Rathaus- und Kirchplatz werden provisiorische Blumenkübel aufge-
stellt und zwei Häuser an der Wettgasse zur Schaffung einer Verbindungs-
straße zwischen Merian- und Pfälzer Straße, abgebrochen.
Gebäudeschäden durch Verlegung des Abwasserverbandskanals in der
Zehntgasse, Törlesstraße und Judengasse. Abwasserverband Weißach -
Oberes Saalbachtal als Verursacher bietet nicht ausreichende Entschädi-
gunszahlungen. Es kommt zur Rechtsauseinandersetzung.
Das Freibad beim Sportzentrum wird fertiggestellt und eröffnet.
Hospitalfonds Heidelsheim wird mit Hospital- und Armenfonds Bruchsal
zusammengelegt. Der Stiftungszweck ist sichergestellt.
Tennisclub TC 76 Bruchsal wird gegründet.
In den Neubaugebieten werden die Straßen fertiggestellt.
Im Fußgängerdurchlaß beim Stadttor wird ein Schaukasten für amtliche
und für Bekanntmachungen der Vereine angebracht.
Mehrere Bebauungspläne werden geändert.
31. Dezember: Heidelsheim hat 3247 Einwohner und damit 35 mehr als
am 31. 12. 1975. Die Geburtenentwicklung ist rückläufig. 35 Geburten
stehen 36 Sterbefälle gegenüber. Die Zunahme steht deshalb im direkten
Zusammenhang mit der Baulanderschließung. Von den 415 neuen Bau-
plätzen sind 88 bebaut. 36 Baugenehmigungen sind erteilt.
Friedhof wird erweitert.
Treppenanlage beim Katzenturm wird fertiggestellt.
Auf dem Gelände des ehemaligen "Grünen Hof" wird die Wendeltoranlage
mit Wendeltorbrunnen (altes Mühlrad) fertiggestellt.
Die Kläranlage in den Braunwiesen wird in Betrieb genommen. Zuvor
führte ein Gutachten über mögliche Geruchsbelästigungen zu Unruhen in
der Bevölkerung. Auch der Rundfunk berichtet.
Die Büren'sche Mühle wird abgebrochen.
Für 1,2 Mio DM plant die Bahn die Installation von automatischen Halb-
schranken und Bau einer Fußgängerunterführung zwischen Merian- und
Gochsheimer Straße. Die Planung scheitert am Grunderwerb für einen
Dungplatz.
Beim Rasthof Herz'l an der B 35 wird das SB-Warenhaus "Basar" eröffnet.
Ehrenbürger Härdle regt die Restaurierung von Diebs- und Törlesturm
mit Mitteln des Konjunkturförderungsprogramms an.
29. September: Bürgerversammlung über die beabsichtigte Neugestaltung
des Marktplatzes. Der Bürger Alfred Trautwein führt den schwachen Be-
such darauf zurück, daß die Bürgerschaft zu wenig Mitwirkungsrechte
hätte.
Friedhofmauer an der Martinstraße rutscht ab.
Die drei Jagdbezirke werden neu verpachtet. Pächter sind: K.-F. Hiby-
Durst und Reiner Hiby-Durst, Alfred Weiler sowie Horst Schmid.
Marktplatzanwohner und Bevölkerung sprechen sich für Wiederanpflan-
zung einer Kastanienallee auf dem Marktplatz aus. Die beschlossene Pla-
nung stößt auf Widerstand. OR beschließt deshalb die Abhaltung eines
"Bürgerentscheids". Mindestens 15 %  der Wahlberechtigten müssen sich
im Rahmen einer Bürgerversammlung mehrheitlich für die Alleebepflan-
zung aussprechen. Diese Entscheidungsmöglichkeit der Bürger ist ein-
malig in Baden-Württemberg.
9. November: Zur Bürgerversammlung kommen über 700 Bürger in die
Sporthalle. OB Dr. Bieringer und Ortsvorsteher Metzger erläutern die vor-
gelegten 3 Planvarianten. Eine engagierte Aussprache schließt sich an,
an der sich auch der evang. Stadtpfarrer Dilk beteiligt. Bei der Abstim-
mung sprechen sich die Heidelsheimer fast einstimmig für die Wiederan-
pflanzung einer Kastanienallee aus.
Nach diesem deutlichen Ergebnis erklärt OV Metzger: Dieser Bürger-
wille ist auch vom Gemeinderat zu respektieren. Wäre dies nicht der Fall,
gäbe es für ihn keine Basis mehr mit dem GR zusammenzuarbeiten.
31. Dezember: Heidelsheim hat 3296 Einwohner. 33 Geburten stehen 35
Sterbefälle gegenüber. Die Bevölkerungszunahme war nur wegen der
Zuzüge in die Neubaugebiete möglich. 110 Neubauten sind fertiggestellt.
28 Baugenehmigungen wurden erteilt.
Im Bürgerwald werden 6500 fm Holz eingeschlagen. Das Hallenbad und
Freibad wird von 51 835 Badegästen besucht.
1. März: Gasexplosion beim Sportzentrum. Die Turnhalle des TV 1899
wird vollständig zerstört. Glückliche Umstände verhindern Menschenschä-
den. Ortschaftsrat und Gemeinderat beschließen darauf die Umstellung
der Heizung des Sportzentrums von Gas auf Öl.
Auf dem Marktplatz wird die Kastanienallee wieder eingepflanzt und damit
dem Bürgerwillen entsprochen.
Ein Antrag auf Abstellen der Kirchturmuhr in den Nachtstunden wird von
der Bevölkerung mit großer Mehrheit abgelehnt.
30. April: Maibaum wird vor der Gewerbevereinigung auf dem Marktplatz
aufgestellt. Ein alter Brauch mit dem zugleich auf die Heidelsheimer Hand-
werkertradition hingewiesen wird, wird damit wieder eingeführt. Zahl-
reiche Heidelsheimer schauen beim Aufstellen der 25 m hohen Fichte zu.
Es entwickelt sich ein kleines Volksfest.
Mai 1978: Nach tagelangen Regenfällen führt der Saalbach Hochwasser.
Dank des umsichtigen Einsatzes der Heidelsheimer Feuerwehr und auf-
grund des 2 m Durchmesser großen Verbandssammlers des Abwasser-
verbands kommt es nicht zur Hochwasserkatastrophe.
TC 76 Bruchsal stellt beim Gänsgarten sein Tennisgelände fertig.
Fertigstellung der Reitsportanlage im Vereinsgelände mit Reithalle und
Turnierplatz Mit einem großartigen Turnier wird an die früheren reitsport-
lichen Veranstaltungen angeknüpft.
CDU stellt mit finanzieller Unterstützung der Stadt die Spielstraße im
Winterberg fertig.
SPD stellt bei den "Friedenslinden" zur Erinnerung an den Friedens-
willen der Heidelsheimer einen Gedenkstein und zwei Sitzbänke auf.
Der Grundstein für das katholische Pfarrzentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Ge-
meinde-und Jugendräumen wird feierlich eingeweiht. Pfarrgemeinderatbe-
schließt Restaurierung und Aufstellung des historischen Marktplatzkreuzes
in der neuen Kirche.
Rundfunk berichtet über Geruchsbelästigungen von Schweinemastbetrie-
ben. Empörte Bürger werden interviewt.
Hauptprobleme im Ortschaftsrat sind die Schnellbahntrasse, die beabsich-
tigte Schließung des Bahnübergangs und die Nordumgehung der B 35 um
Bruchsal. Alle drei Maßnahmen beeinträchtigen Flur und Wald.
15. Dezember: In der Waldhütte wird den Staatssekretären Haar vom
Bundesverkehrsministerium und Ludwig vom Wirtschaftsministerium Ba-
den-Württembergs die Forderung nach Vertunnelung der Schnellbahn-
trasse im Heidelsheimer Wald verdeutlicht. Ein tragbarer Kompromiß
zeichnet sich ab. Rundfunk und Presse berichten ausführlich.
31. Dezember: Heidelsheim hat 3326 Einwohner. Die Bebauung der Neu-
baugebiete ist weiter vorangekommen.
Das Jahr 1978 bringt einschneidende personelle Veränderungen. In den
verdienten Ruhestand treten die langjährig als Krankenschwestern in
Heidelsheim und Helmsheim tätigen Diakonissen Emma Bader und Ka-
roline Härdle. Schwester Gisela Jäger führt den Dienst an den Kranken
und Gebrechlichen fort.
Nach stark 5 Jahren verläßt Pfarrer Hch. Dilk Heidelsheim. Er wird Pfarrer
in Kirchvers in Hessen. Ungläubig erreicht die Heidelsheimer der plötz-
liche Tod von Ehrenbürger Otto Härdle. Eine große Trauergemeinde
nimmt am 2. Oktober an der Beisetzung auf dem Karlsruher Hauptfriedhof
teil.
Es werden 6800 fm Holz eingeschlagen. Der Nettoerlös aus dem Holz-
verkauf beträgt 450 000,- DM.
13. Februar: Zur Pflege des örtlichen Brauchtums und Durchführung des
5. Heidelsheimer Heimatfestes schließen sich 11 Vereine zur Arbeitsge-
meinschaft Heidelsheimer Vereine zusammen.
Die Friedhofmauer an der Martinstraße und ein neuer Treppenaufgang
wird fertiggestellt.
Neuer evang. Stadtpfarrer wird Adolf Bernhard. Er zieht mit seiner Fa-
milie nach neunmonatiger Vakanz in das renovierte Fachwerkhaus am
Marktplatz ein.
Spenden von Vereinen, Parteien, Bürgern und Gewerbetreibenden in Höhe
von 25 000,- DM ermöglichen rechtzeitig vor dem 5. Heidelsheimer Hei-
matfest auf dem Marktplatz
die Aufstellung von Kandelaberleuchten und
Holzblumenkübeln. In Fortsetzung wird der Rathaus- und Kirchplatz 1980
entsprechend gestaltet.
Beim Stadion wird der alte Sportplatz als Trainingsplatz ausgebaut.
Die Ortsrufanlage wird stillgelegt.
Neuplanung des Feuerwehrgerätehauses einschließlich Bauhof. Die Bau-
maßnahme soll 1980 realisiert werden.
9. Juni: TV 1899 nimmt wiedererbaute Turnhalle beim Stadion offiziell in
Betrieb.
10. Juni: Bei der ersten Direktwahl zum Europaparlament beträgt die
Wahlbeteiligung 60 %. Ergebnis: CDU 44,4 %, SPD 47,3 %, FDP 5,66 %,
Grünen 2,4 %.
30. Juni: Heidelsheim ist eine moderne Wohngemeinde mit hohem Frei-
zeitwert. Sauber ausgebaute Ortsstraßen durchziehen den alten Ortskern.
Mehrere Bürgerhäuser strahlen im Glanz neuer Anstriche. Schöne Bau-
gebiete sind erschlossen. Zahlreiche Neubürger, vor allem aus Bruchsal,
haben sich dort niedergelassen. Das Vereinsleben und das örtliche Ge-
werbe blüht.
Die Bürger sind stolz auf ihr Heidelsheim, das auch als Stadtteil von
Bruchsal seinen eigenen Charakter als ehemalige Freie Reichsstadt be-
wahrt.

P. M. 1979
 

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