HEIDELSHEIM
Geschichte und Bild
der ehemaligen Reichsstadt
VON OTTO HÄRDLE
Herausgegeben von der Stadt Heidelsheim
Gesamtherstellung
G. BRAUN (vorm. G. Braunsche Hofbuchdruckerei und Verlag) GmbH., Karlsruhe
Zu beziehen
nur über das Bürgermeisteramt der Stadt Heidelsheim
Alle Rechte vorbehalten
2. Auflage 1990
Gesamtherstellung
Druckerei Karolus Wolfgang Dörr GmbH, Bruchsal
WIDMUNG
In den verflossenen Jahrhunderten hat unsere Heimatstadt in besonderem Maße die Schicksale im
kleinen erlebt, die unser Volk im großen betroffen haben. Deshalb ist ihre Geschichte dazu da, uns allen Auge, Ohr und Herz zu öffnen für das, was früher war.
Nicht allen Orten ist im selben Maße eine so schicksalreiche Vergangenheit zuteil geworden wie unserer Stadt. Dieses Buch soll darum über unsere Stadtgrenzen hinaus wertvolle Aufschlüsse gehen über die
geschichtliche Entwicklung unserer Heimat.
Mit den Heimatfreunden fühle ich mich zu herzlichem Dank verpflichtet gegenüber allen, die die
Herausgabe des Buches ermöglicht und tatkräftig unterstützt haben. An erster Stelle gebührt unser aller Dank unserem Heimatforscher, Herrn Rektor Otto Härdle, der in jahrzehntelanger, mühevoller Arbeit den
Stoff zur Entstehung dieses Werkes zusammentrug und ordnete und ihm die nun vorliegende ausgezeichnete Gestalt gab. Ebenso sei Fräulein Sieglinde Ockert gedankt, die über die letzten vier
Jahrzehnte berichtete. Herzlich verbunden fühle ich mich für ihre finanzielle Unterstützung der Firma Heinrich Durst, Heidelsheimer Malzfabrik, die im wesentlichen die Kosten für die Bildausgestaltung
übernahm, Herrn Berthold von Bohlen und Halbach, der entgegenkommenderweise ebenfalls einen Kostenbeitrag leistete, und Herrn Innenminister Viktor Renner, der mit Rat und Tat die Herausgabe
förderte. Nicht zuletzt sei den Stadtvätern gedankt, die durch ihren Beschluß die erforderliche materielle Grundlage für das Erscheinen dieses Werkes schufen.
Ich begleite das Buch unserer Heimatstadt mit dem Wunsche, daß es in jeder Familie, die sich mit Heidelsheim durch Abstammung, Gehurt oder Aufenthalt heimatlich verbunden fühlt, einen Ehrenplatz
finde. Uns allen wurde die Aufgabe zuteil, das übernommene Erbe zu wahren und zu pflegen, um es unbeschadet und vollkommener weitergeben zu können an die, die nach uns hier ihre Heimat finden.
Heidelsheim, Ostern 1960. Herbert Doll
Bürgermeister
----- III -----
VORWORT
Was wir heute über die Geschichte Heidelsheims wissen, verdanken wir fast ausschließlich unserem
inzwischen verstorbenen Ehrenbürger Otto Härdle. In jahrelanger Arbeit erforschte er die Entwicklung seiner Heimatstadt von der Frühgeschichte bis in unsere Zeit. Seine Werke “Heidelsheim - Geschichte
und Bild der ehemaligen Reichsstadt" hat die Bürger mit der Vergangenheit ihrer Stadt vertraut gemacht. Diese Kenntnis hat das Selbstverständnis der Heidelsheimer entscheidend geprägt. Aktueller Ausdruck
dieses Bewußtseins ist das Bemühen um die Belebung althergebrachter Bräuche und die Erhaltung historisch wertvoller Bausubstanz. Die jetzt anlaufende Stadtkernsanierung bietet besonders günstige
Bedingungen für eine stadtbildwahrende behutsame Erneuerung.
Dreißig Jahre sind seit der ersten Drucklegung des Heidelsheimer Heimatbuches vergangen. Inzwischen
ist eine weitere Generation herangewachsen, ist die Einwohnerzahl auf nahezu 4 000 angewachsen. Der Wunsch, mehr über die Geschichte der Heimat zu erfahren, ist heute verstärkt feststellbar. Zahlreiche
Nachfragen nach dem seit vielen Jahren vergriffenen Buch zeigen dies.
Die Stadt Bruchsal hat dies zum Anlaß genommen, die Erstausgabe unverändert nachzudrucken. Damit
ist sichergestellt, daß das Buch auch noch in den kommenden Jahren an heimatgeschichtlich Interessierte abgegeben werden kann.
Bruchsal, Dezember 1990 Bernd Doll
Oberbürgermeister
----- IV -----
VORWORT
Es war vor nahezu 30 Jahren, als ich nach mehrjähriger Pause Heidelsheim wiedersah. Da erfaßte mich
der Gedanke, die Heimat in Bildern einzufangen. Ich streifte durch alle Straßen und Gassen, erforschte alle Ecken und Winkel, erstieg alle Türme, den Kirchturm, das Stadttor, den Katzenturm, den Diebsturm
und etliche hohe Häuser, lugte zu Fenstern und Löchern hinaus, spähte nach Inschriften und Zeichen, ging auf die umgehenden Höhen, wanderte durch Feld und Wald, zu Quelle und Bach, umschritt die
ganze Gemarkung, durchstöberte Archive und Bibliotheken, wandte mich an auswärtige Archive und konnte schließlich eine reiche Ernte von Bildern einbringen. In zahlreichen Lichtbildervorträgen durfte ich
dann den Landsleuten daheim und in Karlsruhe das Bild und die Geschichte unseres Heimatstädtchens entrollen. Seitdem wurde immer wieder der Ruf nach einem Heimatbuch laut. Nach Überwindung mancher
Schwierigkeiten, die natürlich nicht nur im technischen und kaufmännischen Rahmen liegen, ist nun der Weg für seine Herausgabe frei.
Wer die Geschichte und das Bild der Heimat festhalten und zeichnen will, steht einer großen, schweren
Aufgabe gegenüber. Das liegt im Wesen des Begriffes Heimat und all der unmeßbaren und unausschöpfbaren Gefühle, Kräfte und Vorstellungen, die dieses Wort Heimat umschließen. Bei der
Bloßlegung der vielfach verschütteten Quellen der Heimatgeschichte und des heimatlichen Bildes ist man immer wieder erstaunt, ja benommen von der Entdeckung, aus wieviel unzähligen Adern das
zusammenfließt, was wir Heimat nennen. Es ist einmal die ungeheure Fülle des Lebens und seiner Zusammenhänge, zum andern der weite Umfang und die unmeßbare Tiefe des Raumes der Heimat, die
dem Schürfenden entgegentreten und ihm fast den Mut rauben wollen für die Bewältigung seiner Aufgabe. Darum kann es immer nur ein Versuch sein, wenn der Heimatforscher die Quellen der Heimat
freilegen will und die im Arbeitsverlauf immer reicher sprudelnden Wasser zu klären und zu sammeln wagt.
Und wozu dies alles? Weil der Mensch der Heimat bedarf. Sie ist die Wurzel eines bewußten Lebens und
der Mittelpunkt eines tieferen Daseins. Heimatgefühl und Bindung an die Heimat, kurz Heimatliebe, können in voller Tiefe nur ergriffen und erlebt werden, wenn sie von einem klaren, sachlichen Wissen um
die Heimat genährt und getragen werden. Dabei bleibt immer noch ein weiter Raum für das Unmeßbare und Unschätzbare frei. Dies Buch will darum nichts anderes als nur ein bescheidener Helfer im großen Dienst an der Heimat sein.
----- VII -----
Das Buch wendet sich zunächst an die Bürgerschaft von Heidelsheim. Es will ihr die Geschichte und das
Bild der Heimat bewußt machen, sie die Werte der Heimat fühlen und erkennen lassen, damit ihnen die Liebe und Pflege zuteil werden, die ihnen zukommen. Das Buch will ferner allen, die ihre Heimat
verlassen mußten, und jenen, denen unser Städtchen einmal vorübergehend Lebensraum war, ein stetiges Wiedersehen und Wiederfinden in Stunden der Besinnung und Erinnerung sein. Darüber hinaus
versucht es, eine fühlbare Lücke zu füllen, die jeder verspürt, der sich um ein tieferes Wissen über die Geschichte der Orte des Kraichgaus, eines geschichtsreichen Teils unserer weiteren Heimat, bemüht.
Sollte dieses Buch schließlich noch anderen Gemeinden, und deren sind es im Umkreis noch viele, ein Ansporn sein, die Geschichte ihrer eigenen Heimat in einem Heimatbuch festzuhalten, dann hätte es einen wertvollen Beitrag geliefert.
Es ist mir eine von Herzen kommende Pflicht, denen zu danken, die zum Gelingen des Werkes beitrugen, vor allem dem derzeitigen Bürgermeister von Heidelsheim, Herrn Herbert Doll, und dem
Gemeinderat, ferner allen Freunden in und außerhalb unserer Stadt, die mit Rat und Tat mithalfen, dieses Denkmal der Heimat zu schaffen. 'Zu innigem Dank verpflichtet fühle ich mich meinem verstorbenen
Vater, Karl Härdle, der mich aufgrund seiner umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen als Ratschreiher von Heidelsheim (1892—1925) als Erster in die Geschichte und den Raum unserer Heimat einführte.
Karlsruhe, Ostern 1960 Otto Härdle
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