Bei Besuch in Volterra wurde auch renovierte “Villa Giardino” besichtigt

Naturfreunde Bruchsal.
Manche Partnerschaften beginnen ganz privat: Da streift eine junge Deutsche in ihren Ferien durch die Cinque Terre in Italien, trifft dort den “Mann ihres Lebens", und weil sie Mitglied der Bruchsaler Naturfreunde ist, sucht sie nach dem nächstgelegenen italienischen Natufreundeverein - und findet ihn in Volterra in der Toskana. Nach anfänglichen Kontaktbesuchen diesseits wie jenseits der Alpen beschließen Volterraner und Bruchsaler Naturfreunde einen offiziellen Partnerschaftsvertrag, der im Bruchsaler Bürgerzentrum im Beisein des Oberbürgermeisters im Juni 1988 feierlich unterzeichnet wurde.

Was aus diesem zarten Pflänzchen mittlerweile geworden ist, wissen neben den Naturfreunden vor allem die Heidelsheimer zu schätzen. Feuerwehr, Ortsverwaltung, Fotofreunde, AWO haben schon nach Volterra geschnuppert. Und was wäre wohl das Heidelsheimer Reichsstadtfest ohne die bunte, akrobatische Gruppe der Fahnenschwinger aus Volterra, die schon wieder sehnsüchtig erwartet werden? Zudem hat sich kürzlich in Heidelsheim ein Freundeskreis zusammengefunden, der diesen Beziehungen einen etwas offizielleren, aber nicht weniger herzlichen Nachdruck verleihen will.

Über Ostern gab es nun viele gute Gründe für eine Abordnung der Bruchsaler Naturfreunde, ihren Freunden in Volterra einen Besuch abzustatten: 25 Jahre Ortsgruppe Volterra, 15 Jahre “gemellaggio" zwischen den Naturfreunden von Bruchsal und Volterra und zugleich 90-jähriges Jubiläum der hiesigen Ortsgruppe. Zu einem Empfang im altehrwürdigen Ratssaal des “Palazzo dei Priori" im Herzen der Etruskerstadt Volterra hatte aus diesem Anlass Bürgermeister Ivo Gabellieri geladen. Der Bürgermeister erinnerte sich sehr gerne seiner Aufenthalte in Bruchsal, zeigte stolz seine “Bruchsaler" Armbanduhr, bedankte sich bei den Naturfreunden für die Pflege einer solch intensiven Partnerschaft, die trotz weiter Entfernungen außerordentlich lebendig und vorbildlich für internationale Kontakte sei und wünschte sich darüber hinaus eine Ausweitung der Austauschbegegnungen, zum Beispiel auf Schulen.

Waltraud Lauber, die Vorsitzende der Bruchsaler Naturfreunde, betonte in ihrer Rede deren noch immer gültige Gründungsgedanken: Befreiung der Menschen durch die Begegnung in und mit der Natur, Zusammenleben der Menschen in Frieden und Freundschaft mit allen Völkern. Kultur, Künste und Natur eigneten sich hervorragend, diesen Idealen nachzueifern.

Der ebenfalls anwesende Ehrenpräsident der Volterraner Naturfreunde, Volker Ebendt, führte aus, dass Volterra und vor allem das Naturfreundehaus “Il Vile" nicht nur ihm zur “zweiten Heimat" geworden sei. Er war es auch, der bereits 1985 mit einer Gruppe Bruchsaler Schüler mithalf, das seinerzeitige alte Bauenhaus in ein schmuckes Domizil für Feriensuchende zu verwandeln.

Mittlerweile unterstützen er und die Naturfreunde ein europäisches Projekt mit Namen “Leonardo da Vinci", in dessen Rahmen jedes Jahr junge Gesellinnen und Gesellen aus Baden-Württemberg drei Monate lang ein dem Verfall preisgegebenes Objekt in oder bei Volterra sanieren. Bürgermeister Gabellieri schwärmte von der auf diese Weise erneuerten “Villa Giardino", die die Bruchsaler Naturfreunde anschließend besichtigten und staunend bewunderten.

Nach Ehrungen und dem Austausch von Fotos und Gästgeschenken wurden bei einem italienischen Buffet weitere Erinnerungen ausgetauscht.

Aus BNN 6.5.2003         Lk

 

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