Die baden-württembergischen Kommunen und ihre Partnerschaften in aller Welt
(Ausschnitte aus einem Artikel von Jutta Berkemer, Referentin beim Gemeidetag BW: BWGZ 21/2002)
Die kommunalen Partnerschaften zwischen Kommunen aus Baden-Württemberg mit Kommunen aus bald der ganzen Welt sind ein wichtiger Motor für die Verständigung zwischen den Nationen. Eine Voraussetzungen hierfür schaffen selbstredend die bilateralen Verträge zwischen den Nationalstaaten - aber erst durch die sie ergänzenden kommunalen Partnerschaften wird eine Beziehung mit Leben erfüllt und entsteht nach anfänglich gegenseitigem Beschnuppern eine stabile Basis.
Häufig sind die Kommunen schon vor den Nationalstaaten tätig. Diese Basis ist es letztlich, die Vertrauen schafft, Verständnis für die andere Mentalität bildet und somit nicht zuletzt mithilft, Kriege zu verhindern. Unsere Geschichte zeigt, dass eine freundschaftliche Beziehung zwischen führenden Politikern nur dann zu einem dauerhaften Erfolg bei der Verständigung führt, wenn die Bevölkerung aktiv daran teilnimmt.
Vor allem die regen Partnerschaften in Europa sorgen für ein Zusammenwachsen der ehemals verfeindeten Nationen, wie zum Beispiel mit Frankreich und Polen. Wer sich in Beruf oder Freizeit begegnet und über alle Sprachbarrieren hinweg mit dem Partner Umgang pflegt, stärkt das Europa in den Köpfen und Herzen.
Eine kommunale Partnerschaft bedeutet mehr, als ein Land im Urlaub touristisch zu bereisen und dann wieder zur gewohnten Tagesordnung überzugehen. Durch eine Partnerschaft geht man auf der einen Seite eine gewisse Verpflichtung ein, auf der anderen Seite gewinnt man aber auch viel hinzu, indem die Kultur des Partnerlandes auf vielfältige Weise kennengelernt werden kann.
Exemplarisch seien Schüleraustausch, Sprachferien, Azubi-Austausch, Hospitanzen, sportliche oder kulturelle Begegnungen genannt. Durch vielfältige Beziehungen zwischen Vereinen, Schulen oder Betrieben nimmt der Partner teil an allem, was in der Partnerkommune geschieht.
Grenzen der kommunalen Partnerschaft
Kommunale Partnerschaften sind natürlich auch mit Kosten verbunden. Hierfür gibt es teilweise Förderprogramme, teilweise
belasten sie aber auch den Gemeindehaushalt. Und bei allem Lob für die kommunale Partnerschaft muss man allerdings ganz klar sehen, wo ihr Grenzen gesetzt sind:
- Nicht alle Partnerschaftsgesuche finden einen Partner.
- Es gibt Partnerschaften, die nur auf dem Papier bestehen, da sie nicht mit Leben ausgefüllt sind.
- Bei fehlendem Engagement der Bürger fällt die gesamte Partnerschaftsarbeit bei einem Mitarbeiter im
Bürgermeisteramt an, die Arbeit wird dann irgendwie nebenher noch mitgemacht.
- Die Sprachbarriere ist vor allem für ältere Bürger oftmals ein Problem.
- In Zeiten der Finanznot werden auch Förderzuschüsse für Partnerschaftsbesuche auf den Prüfstand gestellt.
- Selbst durch eine rege Partnerschaft werden Kenntnisse in Geographie, Kunst oder Kultur des anderen Landes
zu wenig vertieft.
Ideen rund um die kommunalen Partnerschaften
Innerhalb der Partnerschaft findet meist statt:
- Partnerschaftsfest oder -Jubiläum,
- gemeinsame Sitzungen der Gremien und gemeinsamer Besuch der jeweiligen Hauptstädte,
- Empfänge/Heimat-/Straßen-/Dorf-/ Weinfest,
- Weihnachtsmarkt/gemeinsame Messen/Märkte/Ausstellungen,
- Kunstausstellungen/Konzerte/Kulturaustausch (Theater-/Musikgruppen),
- Gemeinsame Seminare und Expertenreisen,
- Bürgerreisen/Seniorenfahrten,
- Vermittlung von Unterkünften in Partnerstädten,
- Jugendaustausch, -freizeit/Ferien-programme,
- Praktika/Arbeitseinsätze/Praktikums-Austausch/Ferienjobbörse,
- Fahrradtour von/zur Partnerstadt oder Wanderwochenende,
- Sprachkurse für Schüler und Erwachsene,
- Entwicklungshilfeprojekt und Hilfsmaßnahmen,
- Kleidersammlung/Hilfstransport/ Spendenaktion.
Neue Ideen für die Partnerschaft sind wichtig. Hierfür gibt es vielfältige Informationen:
- Es findet jährlich ein europapolitischer Workshop statt. Veranstalter sind das Staatsministerium, der
Gemeindetag, der Städtetag und der Landkreistag,
- Informationen und Unterstützung des RGRE - des Rates der Gemeinden und Regionen Europas,
- Aktivieren der Bürgerschaft in einem Partnerschaftskomitee oder Partnerschaftsverein,
- Informationen der drei kommunalen Landesverbände und des gemeinsamen Büros in Brüssel,
- das Partnerschaftsportal www.kommunalpartnerschaften-bw.de
www.kommunalpartnerschaften-bw.de
Das mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Staatsministeriums entstandene kommunale Partnerschaftsportal dient als
Koordinations- und Austauschplattform für Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg sowie ihre kommunalen Partner in aller Welt. Interessierte Kommunen können in diesem Portal ihre Partnerschaftsprojekte präsentieren. Die
Kommunen erhalten so ein umfangreiches Instrumentarium zur Partnerschaftspflege zur Verfügung gestellt.
Bei europäischen Partnern lässt sich auf diesem Weg die Kommunikation und Bearbeitung europaweiter Projekte organisieren. Neben
Informationen über die Kommunen wird über die Projektarbeit berichtet. Allgemeine Informationen vervollständigen das Angebot. Das Partnerschaftsportal hat sich zum Ziel gesetzt, die kommunalen Partnerschaften baden-württembergischer
Städte, Gemeinden und Landkreise optimal zu präsentieren. Weiter soll ein europäisches Netzwerks der Partnerkommunen entstehen, eine Transaktionsplattform für kommunale Partnerschaften und europäische Netzwerke geschaffen werden und ein
Austausch für Partnerschafts-Projektideen gewährleistet sein.
Durch die Navigationsleiste ist ein schneller Überblick gewährleistet. In der Rubrik “Wie mitmachen?" unter Weiterführende Informationen sind alle Infos für
Interessierte eingestellt, so zum Beispiel alle Dokumentationen und ein Feedback-Formular. In der Projektliste entsteht nach und nach ein großer Ideenpool. Einige abgewickelte Projekte sind hier vollständig dokumentiert. Je mehr Kommunen
daran teilnehmen, desto interessanter wird das gesamte Portal. Auch neue Projekte können hier zwischen den Partnern online entwickelt werden.
Unter Kommunen A - Z sind zum Beispiel alle dem Gemeindetag bekannten Partnerschaften
eingetragen. Auch allgemeine Infos über die baden-württembergische Kommune: Gemeinde oder Stadt, Name, PLZ und Partnerschaften mit Gemeinden/Nation.
Die Suchmaschine bietet eine alphabetische Suchmöglichkeit nach baden-württembergischen
Kommunen und nach den Nationen der Partnerkommunen. Im Servicebereich ist neben einem Feedback-Formular die Möglichkeit eingestellt, sich in eine Mailingliste einzutragen oder eine interne Suche zu starten. Mit dem Sitemap kann man alle
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